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               <title level="a">Kapitulationen für Frankenthal (<date when="1562-06-13">13. Juni 1562</date>) und Neu-Hanau (<date when="1597-06-01">1. Juni 1597</date>) - Einleitung</title>
               <title level="s">Europäische Religionsfrieden Digital</title>
               
               <author role="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/aui">
                    <persName ref="https://orcid.org/0000-0002-5429-6367">Christopher Voigt-Goy</persName>
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                    <resp ref="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/mrk">Mitarbeit</resp>
                    <persName>Kevin Wunsch</persName>
                    <persName>Silke Kalmer</persName>
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               <edition>Digitale Edition gemäß <ref target="http://www.tei-c.org/">TEI P5</ref>
                </edition>
               <funder>Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz</funder>
                <principal>Unter der Leitung von Irene Dingel und Thomas Stäcker</principal>
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               <date when="2022-02-25" type="issued">2013</date> <!-- Datum anpassen -->
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                     <p xml:lang="en">This file is licensed under the terms of the Creative Commons License CC-BY 4.0 (Attribution 4.0 International)</p>
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                <p>Born digital.</p>
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         <!-- Beginn der gesamten Einleitung -->


         <head>Kapitulationen für Frankenthal (<date when="1562-06-13">13. Juni 1562</date>) und Neu-Hanau (<date when="1597-06-01">1. Juni 1597</date>) - Einleitung</head>

         <!-- Beginn Kapitel "1. Historischer Kontext" -->

         <div type="chapter" n="1">
            <head>Historischer Kontext</head>

            <div type="section" n="1">
               <head type="sub">Glaubensflüchtlinge in Frankfurt am Main</head>
               <p>
                  Die Entstehung der <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthaler</rs> und <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanauer</rs> Kapitulationen war eng mit religionspolitischen Entwicklungen 
                  in der freien Reichsstadt <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt am Main</rs> verbunden. 
                  Um 1555 war <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> eine mehrkonfessionelle Stadt geworden:<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#schindling_schmidt_frankfurt">
                                <surname type="author">Schindling</surname> / <surname type="author">Schmidt</surname>, Frankfurt</rs>; <rs type="bibl" ref="#jahns_frankfurt">
                                <surname type="author">Jahns</surname>, Frankfurt</rs>.</note> 
                  Der Großteil der Stadtbevölkerung und die gesamte Stadtgeistlichkeit waren evangelisch. Die offizielle Einführung der Reformation in den frühen 1530er Jahren hatte unter Einfluss der oberdeutschen Reformation und des Straßburger Reformators <rs type="person" ref="#bucer_martin">Martin Bucer</rs> stattgefunden.
                  Die Stadt war nach Abschluss der <q>Wittenberger Konkordie</q> (<date when="1536">1536</date>) zwischen oberdeutschen und <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberger</rs> Theologen dem Schmalkaldischen Bund beigetreten und hatte die <q>Confessio Augustana</q> unterzeichnet. Eine Minderheit war jedoch beim alten Glauben geblieben. Ihr standen, nachdem <rs type="person" ref="#karl_v">Karl V.</rs> <rs type="event" ref="#schmalkaldischer_krieg">1546</rs> den Schmalkaldischen Bund militärisch besiegt
                  und der Stadtrat gegen massive innerstädtische Widerstände das <rs type="event" ref="#augsburger_interim">Interim von 1548</rs> angenommen hatte, einige wenige Stifts- und Ordenskirchen für den Gottesdienstgebrauch zur Verfügung.
                  Dieser Status quo wurde durch die Bestimmungen des <rs type="event" ref="#passauer_vertrag">Passauer Vertrags von 1552</rs> und des <rs type="event" ref="#augsburger_religionsfrieden">Augsburger Religionsfriedens von 1555</rs> reichsrechtlich abgesichert.               
                  <date when="1554">1554</date> hatte der Stadtrat zudem reformatorisch gesinnte Glaubensflüchtlinge in die <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Stadt</rs> aufgenommen. Neben einer kleinen Gruppe <rs type="place" ref="#england_koenigreich">englischer</rs> Protestanten, die vor der einsetzenden Verfolgung durch <rs type="person" ref="#maria_i_england">Maria I. von England</rs> flohen, 
                  waren es vor allem aus den <rs type="place" ref="#niederlande_spanische">Niederlanden</rs> geflohene Reformierte, die um Aufnahme gebeten hatten. Zu den zuerst angekommenen wallonischen, französischsprachigen Reformierten kamen kurz darauf
                  flämische, niederländischsprachige hinzu. Den englischen und niederländischen Flüchtlingen wurde die Weißfrauenkirche für ihre Gottesdienste zugewiesen.<note type="annotation">Vgl. dazu insgesamt mit weitererer Literatur: <rs type="bibl" ref="#scholz_strange">
                                <surname type="author">Scholz</surname>, Strange Brethren</rs>. Überblick bei: <rs type="bibl" ref="#dingel_einleitung_mangon">
                                <surname type="author">Dingel</surname>, Einleitung</rs>.</note>
               </p>
                  
                  <p>Doch die Aufnahme der Glaubensflüchtlinge führte schnell zu Spannungen.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#schilling_exulanten">
                                <surname type="author">Schilling</surname>, Niederländische Exulanten, S. 52-59.125-134</rs>. Die theologischen Streitigkeiten sind differenziert aufgearbeitet bei: <rs type="bibl" ref="#ehlers_konfessionsbildung">
                                <surname type="author">Ehlers</surname>, Konfessionsbildung, S. 433-446.575f.</rs>
                        </note>
                     Insbesondere die niederländische Flüchtlingsgemeinde wuchs in den nächsten Jahren rasant an und zählte <date when="1560">1560</date> etwa 2.000 Mitglieder, was ungefähr 10 % der Gesamtbevölkerung <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurts</rs> entsprach.
                     Dieses Wachstum zusammen mit einer regen wirtschaftlichen Tätigkeit der <q>Fremden</q> brachte eingesessene Zünfte und Händler, die um ihre Einkünfte fürchteten, gegen sie auf. Auch mit der Stadtgeistlichkeit, die unter der Leitung des Theologen <rs type="person" ref="#beyer_hartmann">Hartmann Beyer</rs>
                     mittlerweile lutherisch geprägt war, kam es zu Streitigkeiten. Schon früh kam der Verdacht auf, dass der Theologe - und Freund <rs type="person" ref="#calvin_jean">Johannes Calvins</rs> - <rs type="person" ref="#poullain_valerand">Valérand Poullain</rs>, der die niederländische Gemeinde führte, in der Abendmahlslehre <q>zwinglianische</q> Auffassungen vertrete und daher nicht mehr auf dem Boden
                     der <q>Confessio Augustana</q> stehe. Diesen Verdacht versuchte <rs type="person" ref="#poullain_valerand">Poullain</rs> zwar durch die Unterzeichnung der <q>Confessio Augustana</q> auszuräumen. Doch die niederländische Gemeinde weigerte sich, die in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> geltenden Kirchenordnungen anzunehmen.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#eko_9">
                                <surname type="author">EKO 9</surname>, S. 471-531</rs>.</note> <rs type="person" ref="#poullain_valerand">Poullain</rs> legte
                     dem Stadtrat vielmehr eine eigene Kirchenordnung vor.<note type="annotation">Vgl. den Text in <rs type="bibl" ref="#eko_9">
                                <surname type="author">EKO 9</surname>, S. 562-586</rs>.</note> Unter der Leitung des ostfriesischen reformierten Reformators <rs type="person" ref="#laski_jan">Johannes a Lasco</rs>, der sich im Jahr <date when="1555">1555</date> zeitweilig in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> aufhielt, erhielt die wachsende niederländische Gemeinde dann festere Strukturen, indem <rs type="person" ref="#laski_jan">a Lasco</rs>
                     den flämischen reformierten Theologen <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Petrus Dathenus</rs> in die Stadt holte. <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Dathenus</rs> übernahm die pfarramtliche Versorgung der flämischen Gemeindeglieder, während <rs type="person" ref="#poullain_valerand">Poullain</rs> für die wallonischen zuständig war. Der Ausbau der Gemeinde befeuerte 
                     seitens der Stadtgeistlichkeit die Befürchtung, dass die aus ihrer Sicht theologisch bedenkliche reformierte Lehre sich weiter in der Stadt ausbreiten würde. Für sie war dadurch der Status der evangelischen Stadtbevölkerung als <q>Augsburger Konfessionsverwandte</q> und damit der Schutz
                     durch das Reichsrecht gefährdet. Die englische Flüchtlingsgemeinde war bereits aufgrund des zunehmenden Platzmangels in die Allerheiligenkapelle umgezogen, kehrte dann aber nach internen Streitigkeiten und der Thronbesteigung von <rs type="person" ref="#elisabeth_i">Elisabeth I.</rs> im Jahr <date when="1558">1558</date> nach <rs type="place" ref="#england_koenigreich">England</rs> zurück. Als schließlich noch innergemeindliche Konflikte unter den Niederländern bekannt wurden, drängte die Stadtgeistlichkeit den Stadtrat zum Einschreiten gegen die potentiellen Ordnungsstörer. Nach der abermaligen Ablehnung der <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Kirchenordnungen
                     durch die Niederländer erließ der Stadtrat <date when="1561">1561</date> ein Predigtverbot für die niederländischen Prediger und schloss die Weißfrauenkirche für die weitere Nutzung durch die Gemeinde.
                  </p>
                              
               
            </div>
            
            <div type="section" n="2" xml:id="frankenthal_siedlung">
            <head type="sub">Ansiedlung in Frankenthal</head>
               <p>Nach Schließung der Weißfrauenkirche protestierte die niederländische Gemeinde gegen den Beschluss und supplizierte an den Rat.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#dingel_religionssupplikationen">
                                <surname type="author">Dingel</surname>, Religionssupplikationen, S. 287-292</rs>.</note> Sie wurde dabei unter anderem durch den
                  <rs type="place" ref="#genf">Genfer</rs> Reformator <rs type="person" ref="#calvin_jean">Johannes Calvin</rs> unterstützt, der sogar persönlich in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> vorstellig wurde. Doch diese Intervention blieb ebenso erfolglos wie die Interzessionen sympathisierender Reichsstände, darunter die des 
                  pfälzischen Kurfürsten <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrich III.</rs>, der nach seinem Herrschaftsantritt <date when="1559">1559</date> die <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs>
                  reformierten Einflüssen geöffnet hatte.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#strohm_uebergang">
                                <surname type="author">Strohm</surname>, Der Übergang der Kurpfalz</rs>; <rs type="bibl" ref="#schindler_ziegler_kurpfalz">
                                <surname type="author">Schindler / Ziegler</surname>, Kurpfalz</rs>.</note> <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrichs</rs> nachdrückliches Engagement im <date from="1561-08-01" to="1561-08-31">August 1561</date> führte allerdings dazu, dass <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Petrus Dathenus</rs> sich an den kurpfälzischen Hof wandte. 
                  Über das Handeln des Stadtrats zutiefst erbost, hielt <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Dathenus</rs> - der am <date when="1562-03-26">26. März 1562</date> sein mittlerweile erworbenes <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Bürgerrecht zurückgab - für den flämischen Gemeindeteil nach alternativen
                  Ansiedlungsmöglichkeiten Ausschau. <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrich III.</rs> zeigte auch Interesse daran, <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Dathenus</rs> mit seiner Gemeinde in der <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs> aufzunehmen. Als Siedlungsort wurde vom <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Kurfürsten</rs>
                  die linksrheinische Siedlung <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> ausgewiesen.
               </p>
               <p>Am <date when="1562-06-03">3. Juni 1562</date> gingen ca. 60 niederländische Familien, darunter nur zwei wallonische, am Rheinufer in <rs type="place" ref="#roxheim_pfalz">Roxheim</rs> an Land. Von dort brachen sie in das nahegelege <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> auf und zogen als Pächter in das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift 
                  Groß-Frankenthal ein.<note type="annotation">Vgl. mit weiterer Literatur die Übersicht bei <rs type="bibl" ref="#scholz_strange">
                                <surname type="author">Scholz</surname>, Strange Brethren, S. 108-115</rs>. Grundlegend (mit der älteren Literatur): <rs type="bibl" ref="#kaller_wallonische">
                                <surname type="author">Kaller</surname>, Wallonische und niederländische Exulantensiedlungen</rs>; <rs type="bibl" ref="#kaller_anfaenge">
                                <surname type="author">Kaller</surname>, Die Anfänge</rs>; <rs type="bibl" ref="#buetfering_exulanten">
                                <surname type="author">Bütfering</surname>, Niederländische Exulanten</rs>.</note>
                  Die wenigen Mönche, die im Stift noch gelebt hatten, waren vom <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Kurfürsten</rs> in das verwaiste Frauenkloster Klein-Frankenthal umgesiedelt und
                  das Stift dem Prior abgekauft worden. Nach ihrer Ankunft verhandelten <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Dathenus</rs> sowie vier weitere Repräsentanten seitens der Niederländer die Ansiedlungsbedinungen mit <rs type="person" ref="#lauterbach_christoph_hund">Christoph Hund von Lauterbach</rs>, der als Vitztum, d.h. Statthalter des Landesherrn,
                  das linksrheinische Amt <rs type="place" ref="#neustadt_haardt">Neustadt an der Haardt</rs> verwaltete und für <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> zuständig war. Bereits am <date when="1562-06-13">13. Juni 1562</date> wurde zwischen beiden Parteien eine <q>Kapitulation</q> geschlossen und durch 58 Familienoberhäupter
                  der Niederländer unterschrieben. Die Kapitulation galt vorbehaltlich der noch zu leistenden Huldigung, d.h. des Untertaneneides, gegenüber <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrich III.</rs> und gliederte die Niederländer entlang geltenden kurpfälzischen Rechts in das <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Territorium</rs> ein. 
                  Dies galt auch in Fragen der Religionsausübung:<note type="annotation">Vgl. den <ref type="quelle" target="0240#">Text</ref>.</note> Zwar wurde den Niederländern die Abhaltung des Gottesdienstes in ihren Landesprachen gestattet, sie mussten aber die Kirchenordnung übernehmen,
                  die der Kurfürst für sein Gesamtterritorium erlassen hatte bzw. zukünftig erlassen werde. Änderungen an den Zeremonien wurden ausdrücklich untersagt; die Pfarrstellenbesetzung wurde an das kurfürstliche Präsentationsrecht gebunden und die Überwachung der Geistlichen
                  in die Hände des kurfürstlichen Kirchenrats<note type="annotation">Vgl. zu dieser landesherrlichen Behörde <rs type="bibl" ref="#press_calvinismus">
                                <surname type="author">Press</surname>, Calvinismus, S. 114-129</rs>.</note> gelegt. 
               </p>
               <p>Nach Abschluss der Kapitulation folgten schnell weitere niederländische Familien aus <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> nach, diesmal vor allem wallonische. Sie wurden aufgrund des entstehenden Platzmangels in Groß-Frankenthal vom <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Kurfürsten</rs> nach <rs type="place" ref="#schoenau">Schönau</rs> und nach <rs type="place" ref="#otterberg">Otterberg</rs>
                  gewiesen, wo sie Ansiedlungsurkunden nach <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthaler</rs> Vorbild erhielten.<note type="annotation">Vgl. dazu <rs type="bibl" ref="#laööer_wallonische">
                                <surname type="author">Kaller</surname>, Wallonische und niederländische Exulantensiedlungen, S. 332-338</rs>.</note> <date when="1564">1564</date> wurde das nach Weggang der letzten Mönche leerstehende Frauenkloster Klein-Frankenthal zuziehenden Wallonen übergeben. In den nächsten Jahrzehnten
                  wuchs die Bevölkerung dynamisch an. Anlässlich der Ankunft von 35 weiteren Familien wurde <date when="1573">1573</date> eine zweite Kapitulation geschlossen. <date when="1577">1577</date> wurde Frankenthal zur Stadt erhoben. 
                  Die in der Kapitulation von <date when="1562">1562</date> niedergelegten Bestimmungen zur Religionsausübung blieben die ganze Zeit unverändert bestehen. Als <rs type="person" ref="#ludwig_vi_pfalz">Ludwig VI.</rs> (reg. 1576-1583) nach dem Tod seines Vaters <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrich III.</rs> die <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs> in ein Territorium lutherischer Prägung umgestalten wollte, bedeutete
                  dies für <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> keinen Einschnitt, da das Amt <rs type="place" ref="#neustadt_haardt">Neustadt an der Haardt</rs> unter der Herrschaft von <rs type="person" ref="#ludwig_vi_pfalz">Ludwigs</rs> reformiertem Bruder <rs type="person" ref="#johann_kasimir_pfalz">Johann Casimir</rs> blieb. Hier galten die <date when="1563">1563</date> erlassene Kirchenordnung und der <q>Heidelberger Katechismus</q>,
                  mit denen <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrich III.</rs> die <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs> schließlich auch offiziell zu einem reformierten Territorium gemacht hatte, weiter.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#eko_14">
                                <surname type="author">EKO 14</surname>, S. 333-408</rs>.</note> Die lutherisch orientierte Religionspolitik <rs type="person" ref="#ludwig_vi_pfalz">Ludwigs VI.</rs> führte jedoch zu einem neuerlichen 
                  Zuzug französischer und nun auch deutscher Reformierter nach <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> vor allem aus den rechtsrheinischen Gebieten der <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs>. <date when="1582">1582</date> bestanden in <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> drei reformierte Kirchengemeinden, eine flämische, die ihre Gottesdienste
                  in niederländischer Sprache feierte, die französischsprachige und die deutschsprachige reformierte Gemeinde mit je eigenen Pfarrern.
               </p>
         </div>
            
            <div type="section" n="3" xml:id="neu-hanau_gruendung">
               <head type="sub">Die Gründung von Neu-Hanau</head>
               <p>Die nach <date when="1562">1562</date> in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> noch verbliebene reformierte Gemeinde hielt ihre Gottesdienste in den nächsten Jahrzehnten zunächst in den Privathäusern der Gemeindeglieder ab. 
                  Die Versammlungen der Reformierten blieben dem Stadtrat nicht unbekannt, wurden aber geduldet. Wiederholte Supplikationen der Gemeinde an den Rat,
                  den reformierten Gottesdienst auch öffentlich zu gestatten, wurden abschlägig beantwortet. Die Lage spitzte sich allerdings nach <date when="1585">1585</date> krisenhaft zu, als mit der Einnahme <rs type="place" ref="#antwerpen">Antwerpens</rs> durch <rs type="person" ref="#farnese_alessandro">Alessandro Farnese</rs> eine neue
                  Welle niederländischer Glaubensflüchtlinge nach <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> kam.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#scholz_strange">
                                <surname type="author">Scholz</surname>, Strange Brethren, S. 115-119</rs>.</note> Die meist gut situierten, im Handel und Kunsthandwerk tätigen Neuankömmlinge ließen die alten Spannungen mit den Stadtbürgern sowie der Stadtgeistlichkeit wieder
                  aufbrechen. Allein den aus <rs type="place" ref="#antwerpen">Antwerpen</rs> geflohenen lutherisch gesinnten Pfarrern wurde die niederländische und französische Predigt in der Weißfrauenkirche gestattet, Taufen, Hochzeiten usf. mussten aber durch die parochial zuständige Stadtgeistlichkeit in der Barfüßerkirche abgehalten werden.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#brall_theologie">
                                <surname type="author">Brall</surname>, Konfessionelle Theologie, S. 333-346</rs>.</note> Auf die lauter werdenden Forderungen der reformierten Einwanderer nach eigenen öffentlichen Gemeinden reagierte der Stadtrat hingegen immer repressiver. Die Situation eskalierte im Sommer <date when="1596">1596</date>: 
                  Nach zunehmenden Einschränkungen ihrer Versammlungen richteten die Reformierten, zu denen mittlerweile auch französische Glaubensflüchtlinge zählten,  am <date when="1596-08-04">4. August</date> an den Stadtrat eine Petition, in der sie entweder die Errichtung eigener öffentlicher Gemeinden oder das Recht auf freien Abzug einforderten.
                  Diese Petition lehnte der Stadtrat sofort ab und ergriff weitere Maßnahmen: Am <date when="1596-08-12">12. August</date> verbot er jedwede private Zusammenkunft der Reformierten in der <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Stadt</rs>. Nur zwei Tage später nahm der in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> geborene wallonische
                  Prediger <rs type="person" ref="#carron_jacques">Jacques Carron</rs> Kontakt zu Graf <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg</rs> auf, um sich über eine mögliche Umsiedlung der Reformierten in dessen <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Territorium</rs> zu verständigen.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#doelemeyer_kapitulation">
                                <surname type="author">Dölemeyer</surname>, Die Hanauer Kapitulation, S. 67</rs>. Neuere Forschungsüberblicke zur Stadtgründung: <rs type="bibl" ref="#graef_laufs_neustadt">
                                <surname type="author">Gräf / Laufs</surname>, Die Neustadt Hanau</rs>; <rs type="bibl" ref="#laufs_strukturen">
                                <surname type="author">Laufs</surname>, <q>Gute und vertreuliche Correspondentz und Freundschafft</q>?</rs>
                        </note>
               </p>
               <p>
                        <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig II.</rs>
                        <note type="annotation">Zu ihm ausführlich <rs type="bibl" ref="#cuno_philipp">
                                <surname type="author">Cuno</surname>, Philipp Ludwig II.</rs>; <rs type="bibl" ref="#mueller_ludolph_philipp">
                                <surname type="author">Müller-Ludolph</surname>, Philipp Ludwig II.</rs>
                        </note>, der am <rs type="place" ref="#nassau_dillenburg">naussau-dillenburgischen</rs> Hof und u.a. an der Hohen Schule in <rs type="place" ref="#herborn">Herborn</rs> sowie an der Universität <rs type="place" ref="#heidelberg">Heidelberg</rs> ausgebildet worden war, war <date when="1593">1593</date> gegen familiäre Widerstände 
                  offiziell zum reformierten Glauben übergetreten. Noch nicht ganz volljährig, hatte er ab <date when="1595">1595</date> die Regierung seines <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Territoriums</rs> übernommen und den reformierten Theologen
                  <rs type="person" ref="#nahum_jodocus">Jodocus Nahum</rs>, der <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwigs</rs> Lehrer in <rs type="place" ref="#herborn">Herborn</rs> gewesen war, in die Residenzstadt <rs type="place" ref="#hanau_stadt">Hanau</rs> geholt. Kurz nach Antritt seiner Regierung hatte <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig</rs> im zu <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Hanau-Münzenberg</rs> gehörenden, nahe an <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> liegenden Ort <rs type="place" ref="#bockenheim">Bockenheim</rs> den Reformierten eine Kirche zur Verfügung gestellt
                  und einen Pfarrer berufen, der dort niederländische und französische Predigten hielt.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                <surname type="author">Bott</surname>,Gründung 1, S. 69</rs>.</note> Dem <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Grafen</rs>, dessen erklärtes Ziel war, sein vornehmlich lutherisch geprägtes <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Herrschaftsgebiet</rs> insgesamt dem Reformiertentum zuzuführen, kam die Anfrage <rs type="person" ref="#carron_jacques">Carrons</rs> zupass, zumal sich damit die Aussicht auf Aufnahme ökonomisch potenter Untertanen verband.
               </p>
               <p>Die noch <date when="1596">1596</date> aufgenommenen Verhandlungen zwischen der gräflichen Regierung und den <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Reformierten, für die auch die <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthaler</rs> <q>Kapitulation</q> zu Rate gezogen wurde<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                <surname type="author">Bott</surname>, Gründung 1, S. 15 mit Anm. 35</rs>.</note>, zogen sich bis in den Frühsommer <date when="1597">1597</date> hin.
                  Sie gestalteten sich schwierig, weil der <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Stadtrat den Wegzug der Reformierten unter Strafandrohungen verhindern wollte und <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Handwerkern verbot, beim Aufbau der avisierten Neugründung von <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanau</rs> mitzuwirken.
                  Da das für die Neugründung ausgewiesene Gebiet, das unmittelbar an die südwestliche Stadtmauer der <rs type="place" ref="#hanau_stadt">Residenzstadt</rs> grenzte, auch Jagdgebiet (Wildbann) des <rs type="place" ref="#mainz_kurfuerstentum">Kurfürstentums Mainz</rs> war, kam es zudem zu Auseinandersetzungen, die bis in das Reichkammergericht getragen wurden.
                  Und nicht zuletzt waren es die ausreisewilligen Reformierten, deren Forderungen nach wirtschaftlichen Vergünstigungen und kirchlicher Selbstständigkeit intensiver Beratungen bedurfte.<note type="annotation">Ausführlich zu den verhandlungen <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                <surname type="author">Bott</surname>, Gründung 1, S. 77-151</rs>.</note> 
                  Mit Blick auf die kirchliche Verfassung war es dabei sowohl für die <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Reformierten als auch für den <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Grafen</rs> günstig, dass in der <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Grafschaft</rs> zwar mehrere, meist lutherisch geprägte Kirchenordnungen in Gebrauch waren,
                  es eine für das Gesamtterritorium geltende Kirchenordnung aber nicht gab. Die Ergebnisse der Verhandlungen wurden am <date when="1597-06-01">1. Juni 1597</date> in einer <q>Kapitulation</q> schriftlich niedergelegt, 
                  in der zu Beginn die Religionssachen geregelt wurden:<note type="annotation">Vgl. den <ref type="quelle" target="0241#">Text</ref>.</note> Neben der Zusage der freien und öffentlichen Religionsausübung in den eigenen Landesprachen wird der wallonischen und flämischen Gemeinde zugestanden,
                  sich hinsichtlich ihrer Zeremonien, Ordnungen, Pfarrstellenbesetzung sowie Synodalorganisation zusammen mit anderen reformierten Kirchen auch außerhalb der <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Grafschaft</rs> selbst zu verwalten. Als Richtlinien hierzu werden in anderen reformierten Territorien
                  geltende Ordnungen angeführt und ein Verbot der Bildung von <q>Rotten und Sekten</q> erlassen.
               </p>
               <p>
                        <seg xml:id="hanau_unterschriften">Die Kapitulation unterschrieb zunächst nur <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig II.</rs>. Aufgrund des bis <date when="1601">1601</date> anhaltende Zuzugs von Reformierten aus <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> nach <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanau</rs> kam es zu Nachverhandlungen,
                  welche die wirtschaftlichen Vergünstigungen und die politische Verfassung <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanaus</rs> betrafen. Sie führten <date when="1601">1601</date> zur Abfassung eines <q>Transfix</q> und einer Ratsordnung von <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanau</rs>. Kurz darauf erfolgte die Huldigung der Untertanen. Ende <date when="1603">1603</date> oder Anfang <date when="1604">1604</date> unterschrieben
                  die neu gewählten Ratsherren <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanaus</rs> die Kapitulation.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                    <surname type="author">Bott</surname>, Gründung 1, S. 149</rs>.</note> <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig II.</rs> ließ sie daraufhin mitsamt der Unterschriften als Werbung für weitere Ansiedler in Plaktdrucken verbreiten.</seg> Bereits im Jahr <date when="1600">1600</date> war der Grundstein für den Bau einer wallonisch-flämischen Doppelkirche
                  gelegt worden, die <date when="1608">1608</date> fertiggestellt wurde. Die Umgestaltung <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Hanau-Münzenbergs</rs> in ein reformiertes Territorium blieb aber letzten Endes unvollständig, weil eine Reihe der zur Grafschaft gehörenden Herrschaften - meist Kondominate mit <rs type="place" ref="#mainz_kurfuerstentum">Kurmainz</rs> - sowie Teile der Bevölkerung <rs type="place" ref="#hanau_stadt">Hanaus</rs> lutherisch blieben.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#cuno_philipp">
                                <surname type="author">Cuno</surname>, Philipp Ludwig II., S. 55-63</rs>.</note>
               </p>
            </div>

            <div type="section" n="4">
               <head type="sub">Spätere Entwicklungen</head>
               <p>Am Anfang des <date when="1600">17. Jahrhunderts</date> hatte sich <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> zu einer großen Stadt mit ca. 1200 Einwohnerfamilien entwickelt.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#kaller_wallonische">
                                <surname type="author">Kaller</surname>, Wallonische und niederländische Exulantesiedlungen, S. 350</rs>.</note> Der Ausbruch des <rs type="event" ref="#boehmisch_pfaelzischer_krieg">Böhmisch-Pfälzischen Kriegs 1618</rs>, der ersten Phase des <rs type="event" ref="#dreissigjaehriger_krieg">Dreißigjährigen Kriegs</rs>, traf <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> hart, als aus <rs type="place" ref="#spanische_niederlande">Flandern</rs>
                  kommende <rs type="place" ref="#spanien_koenigreich">spanische</rs> Truppen in die linksrheinische <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs> vorrückten. Viele Einwohner flohen. Obwohl die stark befestigte <rs type="place" ref="#frankenthal">Stadt</rs> nicht eingenommen wurde, fiel sie infolge des Siegs des <rs type="place" ref="#spanien_koenigreich">spanisch</rs>-<rs type="person" ref="#ferdinand_ii">kaiserlichen</rs> Heeres unter der Führung von <rs type="person" ref="#tilly_johann">Johann T’Serclaes von Tilly</rs>
                  über die <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">kurpfälzischen</rs> Truppen nach langer Belagerung (1621-1623) unter spanische Zwangsverwaltung. Die einsetzenden Repressionen veranlassten zusammen mit aufkommender Hungersnot und ausbrechender Pest weitere Einwohner zur Flucht; 
                  auch die kurzzeitige <rs type="place" ref="#schweden_koenigreich">schwedischen</rs> Besetzung der Stadt (<date from="1632" to="1635">1632-1635</date>) brachte für die noch immer in <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> lebenden Reformierten keine Besserung. Erst <date when="1652">1652</date> wurde <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs> nach der Zahlung einer hohen Entschädigungssumme seitens der <rs type="place" ref="#pfalz_kurfuerstentum">Kurpfalz</rs> von den <rs type="place" ref="#spanien_koenigreich">Spaniern</rs> geräumt.
                  Zu diesem Zeitpunkt zählte die <rs type="place" ref="#frankenthal">Stadt</rs> nur noch 324 Einwohner.<note type="annotation">Vgl. <rs type="bibl" ref="#schmidt_reiter">
                                <surname type="author">Schmidt</surname>, Reiter, S. 620</rs>.</note>
               </p>
               <p>Auch für <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanau</rs> bedeutete der <rs type="event" ref="#dreissigjaehriger_krieg">Dreißigjährige Krieg</rs> einen Einschnitt, wenn auch nicht im selben Ausmaß wie für <rs type="place" ref="#frankenthal">Frankenthal</rs>. <rs type="person" ref="#philipp_moritz_hanau">Philipp Moritz von Hanau-Münzenberg</rs> (reg. <date from="1612" to="1638">1612-1638</date>) hatte eine Belagerung und Zerstörung der zur Festung ausgebauten Doppelstadt <rs type="place" ref="#hanau_stadt">Hanau</rs> und <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanau</rs>
                  durch Übergabe zunächst an die <rs type="person" ref="#ferdinand_ii">kaiserlichen</rs> und dann an die <rs type="person" ref="#gustav_adolf_schweden">schwedischen</rs> Truppen (1631) vermieden. Nach zwischenzeitlicher Flucht konnte er <date when="1638">1638</date> noch einmal die Herrschaft über seine <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Grafschaft</rs> ausüben. Als sein Sohn
                  <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_iii_hanau">Philipp Ludwig III.</rs> <date when="1641">1641</date> gerade einmal neunjährig starb, endete die dynastische Linie <rs type="place" ref="#hanau-muenzenberg_grafschaft">Hanau-Münzenberg</rs>. Die Grafschaft fiel dadurch der Linie <rs type="place" ref="#hanau-lichtenberg_grafschaft">Hanau-Lichtenberg</rs> zu, die der lutherischen Konfession angehörte. Versuche, die <rs type="place" ref="#hanau-lichtenberg_grafschaft">Grafschaft</rs> wieder ganz dem Luthertum zuzuführen,
                  hatten Spannungen mit den reformierten Geistlichen und Einwohnern <rs type="place" ref="#neu-hanau">Neu-Hanaus</rs> (und der <rs type="place" ref="#hanau-lichtenberg_grafschaft">Grafschaft</rs>) zur Folge. Sie wurden <date when="1670">1670</date> in einem <q>Endlichen Haupt-Receß</q>, auch <q>Religionsrezess</q> genannt, beigelegt.<note type="annotation">Der Rezess wird in Modul 7 ediert.</note>
               </p>
               <p>Die Reformierten in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> feierten am <date when="1600">Anfang des 17. Jahrhunderts</date> ihre Gottesdienste in der von <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig II.</rs> errichteten Kirche in <rs type="place" ref="#bockenheim">Bockenheim</rs>. Nachdem die Kirche <date when="1608">1608</date> abgebrannt war und der <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurter</rs> Stadtrat einen Neubau hatte verhindern können,
                  besuchten die Gemeindeglieder den Gottesdienst meist im nahegelegenen <rs type="place" ref="#offenbach">Offenbach</rs>, das zur seit <date when="1598">1598</date> reformierten <rs type="place" ref="#isenburg-buedingen_grafschaft">Grafschaft Isenburg-Büdingen</rs> gehörte. Eine offizielle Zulassung des reformierten Gottesdienstes erfolgte in <rs type="place" ref="#frankfurt_main">Frankfurt</rs> erst am Ende des 18. Jahrhunderts.
               </p>
            </div>

         </div>

         <!-- Ende Kapitel "1. Historischer Kontext" -->

         <!-- Beginn Kapitel "2. Unterzeichner und Unterhändler" -->

         <div type="chapter" n="2">
            <head>Unterzeichner und Unterhändler</head>

            <!-- Beginn Unterkapitel "2.1. Unterzeichner" -->
   <div type="section" n="1">
      <head type="sub">Frankenthaler Kapitulation</head>
            <div type="subsection" n="1" xml:id="unterzeichner_frankenthal">
               <head>Unterzeichner</head>
               
               <p>Die Kapitulation unterschrieben:<note type="annotation">Die schwer lesbare Liste wird hier wiedergegeben nach: <rs type="bibl" ref="#hildenbrand_quellen">
                                    <surname type="author">Hildenbrand</surname>, Quellen, S. 11</rs>. Korrekturen beziehen sich auf die Namen im Editionstext.</note>
                        </p>
               <p>
                  
                  <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Petrus Dathenus</rs>, <rs type="person" ref="#liebart_jacob">Jacob Liebart</rs>, <rs type="person" ref="#billis_christianus">Christian Billis</rs>
                            <note type="annotation">Korrigiert aus: Christian Gillis.</note>, 
                  <rs type="person" ref="#bentheim_petrus">Pieter van Benthem</rs>, <rs type="person" ref="#kirken_franciscus">Franse Kyken</rs>, <rs type="person" ref="#rykewaert_jan">Jan Rykewaert</rs>, <rs type="person" ref="#bungler_jan">Jan Bungler</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#boenauen_pieter">Pieter Boenauen</rs>, <rs type="person" ref="#hont_jones">Jones de Hont</rs>, <rs type="person" ref="#lontioir_rouland">Rouland de Lontioir</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#mans_frans">Frans de Man</rs>, <rs type="person" ref="#menschs_jan">Jan van den Menschs</rs>, <rs type="person" ref="#burewe_jacop">Jacop Burewe</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#polant_carl">Carl Polant</rs>, <rs type="person" ref="#emaen_mailland">Mailland Emaen</rs>, <rs type="person" ref="#steubbe_christian">Christian Steubbe</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#westhuysen_joost">Joost van Westhuysen</rs>, <rs type="person" ref="#gnote_claer">Claer de Gnote</rs>, <rs type="person" ref="#berge_francois">François van den Berge</rs>,
                  <rs type="person" ref="#lontoir_thomas">Thomas de Lontoir</rs>, <rs type="person" ref="#brues_franse">Franse Brues</rs>, <rs type="person" ref="#donder_jacob">Jacob de Donder</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#symers_adriaen">Adriaen van Wymers</rs>, <rs type="person" ref="#stranghen_herman">Herman Stranghen</rs>, <rs type="person" ref="#waele_jan">Jan de Waele</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#benten_colart">Colart van Benten</rs>, <rs type="person" ref="#wilde_frans">Frans de Wilde</rs>, <rs type="person" ref="#mielen_christian">Christian Mielen</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#knevelaer_matthieu">Matthieu Knevelaer</rs>, <rs type="person" ref="#behem_hans">Hans Behem</rs>, <rs type="person" ref="#geilkirchen_lambert">Lambert van Geilkirchen (Geel-Kereke)</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#wassenberg_jan">Jan van Wassenberg</rs>, <rs type="person" ref="#rousseaz_jacques">Jacques de Rousseau</rs>, <rs type="person" ref="#rousseau_jan">Jan Rousseau</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#fermian_pieter">Pieter Fermian</rs>, <rs type="person" ref="#geelen_amand">Amand van Geelen</rs>, <rs type="person" ref="#wastienne_jacques">Jacques Wastienne</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#ferret_martin">Martin Ferret</rs>, <rs type="person" ref="#ritter_cornelis">Cornelis Ritter</rs>, <rs type="person" ref="#doussen_pieter">Pieter Doussen</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#masurein_pieter">Pieter Masurein</rs>, <rs type="person" ref="#blanckant_walraff">Walraff Blanckant</rs>, <rs type="person" ref="#fryn_hermes">Hermes de Fryn</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#tristeren_wilhelm">Wilhelm Tristeren</rs>, <rs type="person" ref="#herwin_jan">Jan Herwin</rs>, <rs type="person" ref="#reyster_jacob">Jacob de Reyster</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#groot_pieter">Pieter de Groot</rs>, <rs type="person" ref="#poignet_lodwick">Lodwick Poignet</rs>, <rs type="person" ref="#bels_lemnick">Lemnick de Bels</rs>,
                  <rs type="person" ref="#behagele_jan">Jan Behagele</rs>, <rs type="person" ref="#buschen_jacob">Jacob de Buschen</rs>, <rs type="person" ref="#clenck_pieter">Pieter de Clenck</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#coelen_pieter">Pieter Coelen</rs>, <rs type="person" ref="#barchen_simon">Simon van Barchen</rs>, 
                  <rs type="person" ref="#tienpout_joachim">Joachim Tienpout</rs>, <rs type="person" ref="#vereeke_joost">Joost Vereeke</rs>, <rs type="person" ref="#mondekin_jan">Jan Mondekin</rs>, <rs type="person" ref="#dues_cornelis">Cornelis Dues</rs>.
               
               </p>
            </div>

            <!-- Ende Unterkapitel "2.1. Unterzeichner" -->

            <!-- Beginn Unterkapitel "2.2. Unterhändler" -->

            <div type="subsection" n="2">
               <head>Unterhändler</head>
               <p>Seitens Kurfürst <rs type="person" ref="#friedrich_iii_pfalz">Friedrichs III.</rs> verhandelte, im Text nicht genannt, <rs type="person" ref="#lauterbach_christoph_hund">Christoph Hund von Lauterbach</rs>.</p>
               <p>Seitens der niederländischen Gemeinde verhandelten: <rs type="person" ref="#dathenus_petrus">Petrus Dathenus</rs>, <rs type="person" ref="#liebart_jacobus">Jacobus Liebart</rs>, <rs type="person" ref="#billis_christianus">Christian Billis</rs>, <rs type="person" ref="#bentheim_petrus">Pieter van Bentheim</rs>, <rs type="person" ref="#kirken_franciscus">Franse Kyken</rs>.</p>
            </div>
         </div>
   
         
   <div type="section" n="2">
      <head type="sub">Hanauer Kapitulation</head>
      <div type="subsection" n="1">
         <head>Unterzeichner</head>
         <p>Die Kapitulation wurde am <date when="1597-06-01">1. Juni 1597</date> unterschrieben von <rs type="person" ref="#philipp_ludwig_ii_hanau">Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg</rs>.<note type="annotation">In der Edition der Handschrift werden als zur Unterschrift vorgesehene Vertreter der Niederländer genannt: <rs type="person" ref="#malepart_nicolaus">Nicolaus Malepart</rs>, <rs type="person" ref="#kindt_peter">Peter Kindt</rs>, <rs type="person" ref="#blecourt_luis">Luys Blécourt</rs>, <rs type="person" ref="#soreau_daniel">Daniel Soreau</rs>; vgl. den <ref type="quelle" target="0241#handschrift_hanau_unterzeichner">Text</ref>.</note>
                        </p>
         <p>Ende <date when="1603">1603</date> / Anfang <date when="1604">1604</date> unterschrieben die Kapitulation:<note type="annotation">Siehe <ref type="einleitung" target="0239#hanau_unterschriften">oben</ref>.</note> <rs type="person" ref="#heldenier_nicolaus">Nicolaus Heldenier</rs>, <rs type="person" ref="#kindt_peter">Peter t'Kindt</rs>. <rs type="person" ref="#chombart_paulus">Paulus Chombart</rs>,
            <rs type="person" ref="#schelkens_hector">Hector Schelkens</rs>, <rs type="person" ref="#varlut_francois">Francois Varlut</rs>, <rs type="person" ref="#hase_daniel">Daniel de Hase</rs>, <rs type="person" ref="#behaigne_michiel">Michiel de Behaigne</rs>,
            <rs type="person" ref="#latre_esaie">Esaie de Latre</rs>, <rs type="person" ref="#faucque_gerhard">Gerhard Faucque</rs>, <rs type="person" ref="#mostart_salomon">Salomon Mostart</rs>, <rs type="person" ref="#noefville_daniel">Daniel de Noefville</rs>.</p>
      </div>
      <div type="subsection" n="2">
         <head>Unterhändler</head>
         <p>Unterhändler werden in der Kapitulation nicht genannt.</p>
      </div>
   </div>
       
         
  </div>
         <!-- Ende Unterkapitel "Unterhändler" -->

         <!-- Ende Kapitel "2. Unterzeichner und Unterhändler" -->

         <!-- Beginn Kapitel "3. Inhalt" -->

         <div type="chapter" n="3">
            <head>Inhalt</head>

            <div type="section" n="1">
               <head type="sub">Frankenthaler Kapitulation</head>
            <p>Zu Anfang der Kapitulation wird der Grund ihrer Abfassung dargelegt: Die wegen ihrer Religion aus Frankfurt Vertriebenen haben Friedrich III. um Aufnahme in dessen Territorium gebeten, worauf ihnen der Kurfürst gegen Pachtzahlung das leerstehende Kloster Groß-Frankenthal als Wohnort zugewiesen hat. Über folgende Bestimmungen wurde zwischen dem Landesherrn und den Neuankömmlingen
               Einverständnis erzielt: Artikel 1 fordert die Neuankömmlinge nach Ankunft zum Ablegen eines Untertaneneids auf. Darauf werden die Fragen der Religion geregelt (Art. 2). In Artikel 3 werden die neuen Untertanen dem Amt Neustadt an der Haardt behördlich zu- und eingeordnet. Die Nutzung des um Frankenthal gelegenen Waldes (Abholzung und Jagd) bleibt der kurfürstlichen Kirchenverwaltung vorbehalten (Art. 4).
            Die Neuankömmlinge sollen eine für die Verwaltung zuständige Person benennen (Art. 5). In Bezug auf Gewichte und Maße (Art. 6), die  Untertanendienste (Art. 7) und die Beilegung von Streitigkeiten (Art. 8) gelten die üblichen Bestimmungen des Amtes. Vom Einzugsgeld sind die neuen Untertanen befreit (Art. 9), nicht jedoch von Zollabgaben (Art. 10), Steuern (Art. 11) und Wohnzins (Art. 12). Die Nutzung des Brauhauses und der Kelter (Art. 13 und Art. 14), 
            die Einrichtung einer Feuerwacht (Art. 15), die Nutzung der zum Lebensunterhalt nötigen Güter (Art. 16) sowie die Beteiligung an späteren Erhaltungsarbeiten von Straßen, Deichen usf. (Art. 17) werden anschließend geregelt. Zum Beschluss bestätigen fünf Repäsentanten der Neuankömmlinge diese Abmachungen vorbehaltlich des zu leistenden Untertaneneides. Die Kapitulation wird dreifach ausgefertigt und der
            kurfürstlichen Kanzlei, der Verwaltung des Amtes Neustadt an der Haardt und den neuen Untertanen zugestellt.</p>
               <p>Die Bestimmungen zur Religion in Artikel 2 sind im Einzelnen Folgende: Den neuen Untertanen wird gestattet, eigene Kirchen zu besitzen. Die Predigt und Verwaltung der Sakramente darf in ihren Muttersprachen abgehalten werden. Die geltende kurpfälzische Kirchenordnung ist auch in Zukunft zu übernehmen. Abweichungen und Veränderungen durch die neuen Untertanen werden untersagt.
                  Die Bestellung der Pfarrer und Prediger sowie die Regelung von innergemeindlichen Streitigkeiten obliegt den kurpfälzischen Kirchenräten.
               </p>
         </div>
            
            <div type="section" n="2">
               <head type="sub">Hanauer Kapitulation</head>
               
                  <p>Die Kapitulation beginnt mit der Darlegung des Grundes für ihre Abfassung: Die aus den Niederlanden und Frankreich geflohenen Christen haben, nachdem ihnen in Frankfurt die öffentliche Ausübung ihrer Religion verboten wurde, Philipp Ludwig II. um Aufnahme und Niederlassung in Hanau bzw. der Grafschaft gebeten. Diesem Anliegen haben Philipp Ludwig II. und sein Bruder Albrecht von Hanau entsprochen
                  und dafür die folgenden Übereinkünfte mit den Neuankömmlingen getroffen: Die Religionssachen werden in den Artikeln 1 bis 3 gereglt. Neuankömmlinge, die sich der Obrigkeit unterstellen, haben an den Pflichten und Rechten aller Untertanen teil; ob sie Bürger oder Beisassen werden, steht ihnen frei zu entscheiden (Art. 4). Sie stehen unter dem Rechtsschutz der Obrigkeit und sind vor widerrechtlicher Verfolgung geschützt (Art. 5).
                  In den folgenden Artikel werden die Untertanenrechte spezifiziert, hinsichtlich der Jagd (Art. 6), der Vertretung der Bürgerschaft (Art. 7), der Nutzung von Maßen und Gewichten (Art. 8), der zu zahlenden Zölle (Art. 9), der Weinabgaben (Art. 10), der Bürgerwehr (Art. 11), der Reichssteuern (Art. 12), des Baurechts (Art. 13), des Hausverkaufs ohne Nachsteuer (Art. 14), der Feuerwehr auf dem Land (Art. 15),
                  der Markttage (Art. 16), der Nutzung des Flusskrans (Art. 17), der Errichtung der Neustadt Hanaus (Art. 18 bis 21) und des Verhaltens im Fall eines Pestausbruchs (Art. 22). Abschließend wird die Kapitulation von Philipp Ludwig II. auch im Namen seines Bruders mit Siegel bestätigt und den Neuankömmlingen zur Unterschrift vorgelegt. Die schriftliche Kapitulation wird der Hanauischen Kanzlei und den neuen Untertanen in je einer Ausführung übergeben.</p>
               <p>Die Bestimmungen zur Religion sind im Einzelnen Folgende: Da die Neuankömmlinge der reformierten Religion angehören, die nun auch in der Grafschaft öffentlich gelehrt wird, wird ihnen deren öffentliche Ausübung in den jeweiligen Muttersprachen gestattet. Sie dürfen ihren Gemeinden Kirchenordnungen nach den reformierten Vorbildern Frankreichs, der Niederlande, der Kurpfalz oder Genfs geben.
               Die von außerhalb kommenden Kirchendiener sollen sich um Einigkeit in Zeremonien und Gebräuchen mit den einheimischen Kirchendienern bemühen, wozu sie neben eigenen Konventen auch gemeinsame Synoden abhalten sollen (Art. 1). Die französischen, niederländischsprachigen und wallonischen Gemeinden dürfen je ihre eigenen Pfarrer und Lehrer nach festgestellter Eignung berufen und bestellen (Art. 2).
               Um Aufruhr durch Sektenbildung zu verhüten, soll kein Neuankömmling ohne vorliegendes Zeugnis anderer reformierter Kirchen oder ehrbarer Leute sowie der Verpflichtung zur Unterwerfung unter die herrschende Kirchendisziplin aufgenommen werden (Art. 3).
               </p>
               </div>
               
            </div>
         <!-- Ende Kapitel "3. Inhalt" -->

         <!-- Beginn Kapitel "4. Überlieferung" -->

         <div type="chapter" n="4" xml:id="ueberlieferung">
            <head>Überlieferung und Textvorlage</head>

            <!-- Beginn Unterkapitel "4.1. Überlieferung *** Religionsfrieden ***" -->
            <div type="section" n="1">
               <head type="sub">Frankenthaler Kapitulation</head>
            
            <div type="subsection" n="1">
               <head>Handschriften</head>
               <p>
                            <listBibl>
                     <bibl>
                        <msIdentifier>
                           <settlement>Frankenthal</settlement>
                           <repository>StAFT</repository>
                           <idno>A 001</idno>
                        </msIdentifier>
                     </bibl>
                  </listBibl>
               </p>
               <p>Zur weiteren Überliferung vgl. <rs type="bibl" ref="#doelemeyer_kapitulation">
                                <surname type="author">Dölemeyer</surname>, Die Hanauer Kapitulation, S. 66 Anm. 4</rs>.</p>
            </div>
               
            <div type="subsection" n="2">
               <head>Drucke</head>
               <p>Zeitgenössische Drucke existieren nicht.</p>
            </div>
            <div type="subsection" n="3">
               <head>Textvorlage</head>
               <p>Als Textvorlage dient die oben genannte Handschrift. Eine Artikelzählung wurde ergänzt. </p>
            </div>

            </div>
            
            <div type="section" n="2">
               <head type="sub">Hanauer Kapitulation</head>
               
               <div type="subsection" n="1">
                  <head>Handschriften</head>
                  <p>
                            <listBibl>
                     <bibl>
                        <msIdentifier>
                           <settlement>Hanau</settlement>
                           <repository>StAH</repository>
                           <idno>Best. A: Urkunden. Nr. 2</idno>
                        </msIdentifier>
                     </bibl>
                  </listBibl>
                  </p>
                  <p>Zur weiteren Überlieferung vgl. <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                <surname type="author">Bott</surname>, Gründung 1, S. 431</rs>.</p>
               </div>
               <div type="subsection" n="2">
                  <head>Drucke</head>
                  <p>
                            <listBibl>
                     <bibl>
                        <msIdentifier>
                           <settlement>Marburg</settlement>
                           <repository>HStAM</repository>
                           <idno> Slg 9, 12166</idno> 
                        </msIdentifier>
                        (Plakatdruck, o.O., o.J. [nach 1603])
                     </bibl>
                     
                  </listBibl>
                        </p>
                  <p>Weitere Drucke im 17. und 18. Jahrhundert sowie französische Übersetzungen. Vgl. <rs type="bibl" ref="#doelemeyer_kapitulation">
                                <surname type="author">Dölemeyer</surname>, Die Hanauer Kapitulation, S. 69 Anm. 11</rs>.</p>
               </div>
               <div type="subsection" n="3">
                  <head>Textvorlage</head>
                  <p>Als Textvorlage dient der genannte Plakatdruck. Die handschriftliche Überlieferung wurde berücksichtigt, indem die Edition <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                <surname type="author">Bott</surname>, Gründung 1, S. 431-438</rs> kollationiert wurde. Eine Artikelzählung wurde ergänzt.</p>
               </div>
               
            </div>

         </div>

         <!-- Ende Kapitel "4. Überlieferung" -->

         <!-- Beginn Kapitel "5. Literaturhinweise" -->

         <div type="chapter" n="5">
            <head>Literatur</head>
            <div type="section" n="1">
               <head>Edition</head>
               
               <div type="subsection" n="1">
                  <head type="sub">Frankenthaler Kapitulation</head>
               <p>
                     Eine moderne Edition existiert nicht. Eine Abschrift der Frankenthaler Kapitulation nach der hier verwendeten Handschrift findet sich bei <rs type="bibl" ref="#hildenbrand_quellen">
                                <surname type="author">Hildenbrand</surname>, Quellen, S. 4-11</rs>.
                  </p>
               </div>
               
               <div type="subsection" n="2">
                  <head type="sub">Hanauer Kapitulation</head>
                  <p>
                            <listBibl>
                     <bibl>
                                    <rs type="bibl" ref="#bott_gruendung_1">
                                        <surname type="author">Bott</surname>, Gründung 1, S. 431-438</rs>.</bibl>
                  </listBibl>
                        </p>
                </div>
                  
            </div>

            <div type="section" n="2">
               <head>Forschungsliteratur (Auswahl)</head>
               <p>
                        <listBibl style="list">
                  <bibl>
                                <ref type="bibl" subtype="long" target="#bott_gruendung_1">
                                    <surname type="editor">Bott</surname>, Gründung 1</ref>.</bibl>
                  <bibl>
                                <ref type="bibl" subtype="long" target="#kaller_wallonische">
                                    <surname type="editor">Kaller</surname>, Wallonische und niederländische Exulantengemeinden</ref>.</bibl>
                  <bibl>
                                <ref type="bibl" subtype="long" target="#kaplan_rights">
                                    <surname type="editor">Kaplan</surname>, Legal Rights</ref>.</bibl>
                  <bibl>
                                <ref type="bibl" subtype="long" target="#scholz_strange">
                                    <surname type="editor">Scholz</surname>, Strange Brethren</ref>.</bibl>
                  
                  </listBibl>
               </p>
            </div>
         </div>

         <!-- Ende Kapitel "5. Literatur" -->


      </body>
      <back>
         
         <listBibl>
            
            <bibl xml:id="brall_theologie">
               <abbr>
                        <surname type="author">Brall</surname>, Konfessionelle Theologie</abbr>
               <tei:author>
                  <surname>Brall</surname>
                  <tei:forename>Carsten</tei:forename>
               </tei:author>
               <title>Konfessionelle Theologie und Migration. Die Antwerpener Gemeinde Augsburger Konfession im 16. Jahrhundert</title>
               <pubPlace>Göttingen</pubPlace>
               <date>2018</date>
               <series>
                        <ref target="#vieg" type="abbr">VIEG</ref> 249</series>
            </bibl>
            
            <bibl xml:id="bott_gruendung_1">
               <abbr>
                  <surname type="author">Bott</surname>
                  , Gründung 1
               </abbr>
               <author>
                  <surname>Bott</surname>
                  <forename>Heinrich</forename>
               </author>
               <title>Gründung und Anfänge der Neustadt Hanau 1596-1620. Erster Band: Die Gründung der Neustadt Hanau 1596-1601. Darstellung und ausgewählte Quellen</title>
               <pubPlace>Marburg</pubPlace>
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            <bibl xml:id="buetfering_exulanten">
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                  <tei:forename>Elisabeth</tei:forename>
               </author>
               <title>Niederländische Exulanten in Frankenthal, Neu-Hanau und Altona: Herkunftsgebiete, Migrationswege und Ansiedlungsorte</title>
               <bibl>
                  <tei:editor>
                     <surname>Ehbrecht</surname>
                     <tei:forename>Wilfried</tei:forename>
                  </tei:editor>
                  <tei:editor>
                     <surname>Schilling</surname>
                     <tei:forename>Heinz</tei:forename>
                  </tei:editor>
                  <title>Niederlande und Nordwestdeutschland. Studien zur Regional- und Stadtgeschichte Nordwestkontinentaleuropas im Mittelalter und in der Neuzeit. FS Franz Petri</title>
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               </author>
               <title>Philipp Ludwig II., Graf zu Hanau und Rieneck, Herr zu Münzenberg. Ein Regentenbild nach archivalischen und anderen zuverlässigen Quellen gezeichnet für unsere Zeit</title>
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                     <surname>Dingel</surname>
                     <tei:forename>Irene</tei:forename>
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                  <title>Abraham Mangon, Kurze doch warhafftige Beschreibung der Geschichte der Reformierten in Frankfurt 1554-1712</title>
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               <author>
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                     <surname>Dingel</surname>
                     <tei:forename>Irene</tei:forename>
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                  <title>Calvin und Calvinismus. Europäische Perspektiven</title>
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               </author>
               <title>Die Hanauer Kapitulation vom 1. Juni 1597 und die Gründung der Neustadt Hanau</title>
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                  <surname type="author">Ehlers</surname>
                  , Konfessionsbildung
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               <title>Konfessionsbildung im Zweiten Abendmahlsstreit (1552-1558/59)</title>
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                  <ref target="#smhr" type="abbr">SMHR</ref>
                  120
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            <bibl xml:id="graef_laufs_neustadt">
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               </author>
               <title>Die Neustadt Hanau in der Frühen Neuzeit: Einleitung und Forschungsüberblick</title>
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                     <surname>Gräf</surname>
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                     <surname>Laufs</surname>
                     <tei:forename>Markus</tei:forename> u.a.
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                  <title>Geplante Vielfalt? Kulturelle Verflechtungen in der Neustadt Hanau 
                     im 17. und 18. Jahrhundert</title>
                  <pubPlace>Marburg</pubPlace>
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               <title>Quellen zur Geschichte der Stadt Frankenthal. Mit Einleitungen herausgegeben</title>
               
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               </author>
               <title>Die Anfänge der kurpfälzischen Exulantengemeinden Frankenthal, Schönau, Heidelberg und Otternberg</title>
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               <author>
                  <surname>Kaller</surname>
                  <tei:forename>Gerhard</tei:forename>
               </author>
               <title>Wallonische und niederländische Exulantensiedlungen in der Pfalz im 16. Jahrhundert</title>
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                   <title>Oberrheinische Studien Band 3. FS Günther Haselier</title>
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                  <ptr type="digitalisat" target="https://doi.org/10.11588/diglit.52721.18"/>
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                        <surname type="author">Laufs</surname>, <q>Gute und vertreuliche Correspondentz und Freundschafft</q>?</abbr>
               <author>
                  <surname>Laufs</surname>
                  <tei:forename>Markus</tei:forename>
               </author>
               <title>
                        <q>Gute und vertreuliche Correspondentz und Freundschafft</q>? Gesellschaftlich-kulturelle Strukturen der 
                  frühneuzeitlichen Neustadt Hanau infolge von Zuwanderung</title>
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                     <surname>Asschenfeldt</surname>
                     <tei:forename>Alfons</tei:forename> u.a.
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                  <title>Die Neustadt Hanau – ein Drehkreuz im europäischen Kunst- und Wissenstransfer</title>
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               <author>
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                  <tei:forename>Ute</tei:forename>
               </author>
               <title>Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg (1576 - 1612). Eine politische Biographie</title>
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                  <tei:forename>Volker</tei:forename>
               </author>
               <title>Calvinismus und Territorialstaat. Regierung und Zentralbehörden der Kurpfalz 1559-1619</title>
               <pubPlace>Stuttgart</pubPlace>
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                  <tei:forename>Georg</tei:forename>
               </author>
               <title>Die Reiter der Apokalypse. Geschichte des Dreißigjährigen Krieges</title>
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                        <surname type="author">Schindling</surname> / <surname type="author">Schmidt</surname>, Frankfurt</abbr>
               <author>
                  <surname>Schindling</surname>
                  <tei:forename>Anton</tei:forename>
               </author>
               <author>
                  <surname>Schmidt</surname>
                  <forename>Georg</forename>
               </author>
               <title>Frankfurt am Main, Friedberg, Wetzlar</title>
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                     <surname>Ziegler</surname>
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                  <title>Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und
                     Konfessionalisierung. Land und Konfession, Band 4: Mittleres
                     Deutschland</title>
                  <pubPlace>Münster</pubPlace>
                  <date>1992</date>
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                  <tei:forename>Anton</tei:forename>
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                  <forename>Walter</forename>
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               <title>Kurpfalz, Rheinische Pfalz und Oberpfalz</title>
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                  <title>Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und
                     Konfessionalisierung. Land und Konfession, Band 5: Der Südwesten</title>
                  <pubPlace>Münster</pubPlace>
                  <date>1993</date>
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                  <tei:forename>Maximilian Miguel</tei:forename>
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               <title>Strange Brethren. Refugees, Religious Bonds, and the Reformation in Frankfurt, 1554-1608</title>
               <pubPlace>Charlottesville: University of Virginia Press</pubPlace>
               <date>2022</date>
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                        <surname type="author">Strohm</surname>, Der Übergang der Kurpfalz</abbr>
               <author>
                  <surname>Strohm</surname>
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               <title>Der Übergang der Kurpfalz zum reformierten Protestantismus</title>
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                     <tei:forename>Udo</tei:forename>
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                  <title>450 Jahre Reformation in Baden und Kurpfalz</title>
                  <pubPlace>Stuttgart</pubPlace>
                  <date>2009</date>
                  <series>Veröffentlichungen zur badischen Kirchen- und Religionsgeschichte 1</series>
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                        <surname type="author">Jahns</surname>, Frankfurt</abbr>
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                  <surname>Jahns</surname>
                  <tei:forename>Sigrid</tei:forename>
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                              <title>Frankfurt am Main im Zeitalter der Reformation (um 1500-1555)</title>
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                     <surname>Frankfurter Historische Kommission</surname>
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                  <title>Frankfurt am Main. Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen. 2. Auflage</title>
                  <pubPlace>Sigmaringen</pubPlace>
                  <date>1994</date>
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               <biblScope>S. 151-204</biblScope>
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