Hildesheimer Einung ( 21. Juni 1553) - StA Hi Best. 1, Nr. 253
1Zu wissen: Nachdem unnd alß der durchluchtigester,
2grosmechtigster fursth unnd her, her ,
3Zu , , der Wenden
4unnd Gotthen konningk etc., desgelichen de
5durchluchtigen unnd hochgebornen fursthen unnd
6hern, her , und ,
7erben zu , hertzugen zu ,
8, unnd der ,
9Graiffen zu unnd ,
10de Erbarn, Ernthvesten unnd achtbarn1
11,
12unnd anhero gnedigst unnd
13guedigk abgefertiget2, unnder andern ihren beve-
14lich mith eynem erb[aren] rhaide der
15richtigk einganck3 auf die einhellige, ordent-
16liche beschene wael, auch folgende bewilligten
17 bestetigung unnd vorordenten
18Administration des ,
19 zu betreffena, nach luidt4 gegebner
20vorschribunge unnd Inserirtes Mandats der
21huldunge der unnd einrumunge
22des halben zu behandelen,5 unnd
23daruf allerleie handlung geplogen6 und vorge-
24wandth worden, Als Ist letzlich mith aller
25parth genuchafftiger bewilligung7 unnd geborliger8
26gehapten rhaide unnd hinderbedencken9 folgen-
27der abschied10 getroffenb, bewilliget unnd eyngeru-
28medt:
[Art. 1] Alßo, dat ein erb[arer] Raed11 der Stad
29 vier unnd zwaintzig Mahn12, older-
30man der Meinheid13, veir14 Ampt und vif15 Gilde,16
31Nachdem den ihnen von wegen ihres erwelten
32unnd bestedigten von den gesanten ihrer
33creditifft17 und fulmacht nach endlich zugesagt,
34das ein erb. Raedt unnd de gantz gemeine18
35der bei dem Rechten, waren
36christligen Gottzwordt unnd heilige Religion,
37wie sihe die jetziger Zeidt dorch vorlehnunge
38Gottz, des Almechtigen, reichlich unnd lauther19
39halten, bleiben, darbei erhalten20 und darbenefen21
40bei Rechtte, gnaden, Privilegien, gewonheiten
41unnd oldem22, loffligen23 herkomende24 geschuttzt
42unnd geschirmed werden. Neben dem, das
43die unabgehandelten Artikel auf die gne-
44digste unnd gnedige Zusage, van wegen
45 unnd zu ihnen be-
46schen, auch folgen solle, das daruf gemelter
47Raedt vier vnd zwaintzigk Mahn, Olderman
48der gemeinheid, vier Ampt unnd funft gilde
49unnd der gantzen gemeinen der
50mith wolbedachtem, gehaptem rhaide und eindrechtiger
51bewilligunge, geburlige huldunge und vor-
52wanthnussen hochgemeltem ihrem , wan
53alhir ankomen unnd die erfurderen25 wirdt,
54bewilligt unnd endlich zugesagt, Ist In massen
55 sulche huldunge auch crafft dusses breiffs
56zugesagt sein soll unnd Isth.
[Art. 2] Und dahn ferner
57die merckliche Unkosth und auffgewanthe
58geltz und ihrer selbst egener burger bloidtz26,
59leibs unnd lebendes spildunge27 unnd daer-
60streckunge28 des halben eingefu-
61redt unnd ahngezogen worden, Alß Ist lettzlig
62auch mith aller parthe bewilligung nach laudt
63derowegen uffgerichten Recesßes29 folgende besched30
64getroffen: Alß das kegen alle ahngemasthe
65sproche31 unnd furderunge des hal-
66ben Erstlich alle unnd jede ahngetogene reche-
67nunge, Schattzunge32, vorwoisthunge der holtunge33,
68wie solche punct und artikel von dem
69hauße herruren nhamen haben muchtten, unnd
70die Artikel von weyland34 Bischoffen
71Im Chamergerichten wider die
72In klagen furgebracht worden,35 gentzlich beige-
73legt sein sollen.
[Art. 3] Das gelichen36 erstlich der
74brief37 mith dem Thumcapittel auff vier-
75thaußent gulden sollen sampt den Zinßen
76zu vntherhandlunge uf geluckselige unsers
77gnedigen und herren ahnkunfft sthein
78bleiben. Neben dem alle jede irrunge und
79gebreche38, ßo zwischen einem erb[aren] Rhaide und
80dem Kloisther geswebet,39 sollen
81auch gentzlich und alle upgehoiffen40 unnd
82beigelicht sein, furbehalt des Gottzhaußes,
83welch men nenned den heiligen Geist41, das
84ehrmeltem Kloister also restituirt42 werden soll.
85Wie es aber mith den kirchen
86unnd , so ermeltem kloster zustehen,
87gehalten werden soll, solchs Ist zu hochgemeltem
88unserm gnedigen und hern gestaldt43,
89das darein die billicheid44 und was
90Christlich, wie es darmith gehalten haben
91wolle, beschaffen muge. Gelichsfals Ist auch
92von dem Erwirdigen hern tho
93bewilligt worden, das alle irrunge unnd
94gebreche45 zwischen seiner w. und einem erb.
95Rhaide sollen cassird46 und auffgehoben sein,47
96fhurbehalt der Cloak, der Mulen gerechticheid48,
97wasser kunsth49, Juris dominii des wals,
98der abnutzunge des graßes unnd das der
99wall von dem Slaiffhuiße50, so weid ein
100wage dahin furhen kahn, abgeschuttet werden.
101De Religion aber, wie es mith den Stifften
102zu halten, soll auff vorordung ehrgemeltes
103thokunfftigen unnd hern sthen
104bleiben. Im gelichen hat auch der herr
105prior zur aller unnd jeder ahn-
106spruchs51 unnd furderunge von thetlich nider-
107reisßunge des Klosthers, spoliation52 und ander
108ander sache halben herrurende53 gentzlich unnd
109gaer begeben54, wie dahn auch Im geleich der
110Carthußer55 fhur der alles nach
111laudt unnd eynholdt56 mith gedachten Stifften uff-
112gerichem vortrage;57 j[e]doch haben alle und je
113vorgemelten58 Stiffen unnd Kloister sich cum solenni
114protestatione59 furbehalten, wie ihnen auch von den
115gesanten ahnstaed60 unnd von wegen des zu-
116kunfftigen unnd einem erb. Raedt endth-
117lich bewilligt unnd zugesagt Ist, das ein
118isliger61, furbemelter62 Stifft unnd Klosther
119samptlich unnd in ßunderheidt hinfuro nhu
120bei seinen althen, wolhergebrachten habenden und
121geburenden Rechten unnd gerechticheiden
122unvorhindert reulich63 pleiben, beschuttzet
123unnd beschirmedt, auch mith nichten daruber
124beswerd oder belestiget werden sollen,
125daruf auch ein erb. Raedt einem Isligen64
126Stifft kegen Uberandtwordung der schrifft-
127ligen, vorsigelten erlassunge65 geburlich Rever-
128salbrief, das den also beschein66 soll, her-
129außer geben sollen.
[Art. 4] Hirmit sollen alle fhur-
130bemelten sachen, irrung, widerwerticheiten,
131so sich dieße zeithhero biß ahn dieße
132sthunde zwischen der clerisey und Stifften
133begeben unnd zugetragen, wie die nhamen
134haben mogen, gentzlich auffgehoben, abgeschaffet,
135getodt unnd abeßin67 unnd pleiben, unwidee-
136ruplich.
[Art. 5] Unnd kegen sulche abgehandelthe
137punct wolle ein erb. Raedt vier unnd
138zwentzigk Mahn, Olderman der gemeinheidt,
139vier Ampt unnd vif gilde unnd gantze
140gemeine der , wie auch endth-
141lich hirmith bewilligtt unnd zugesagtt Isth,
142das , ahne einige widerendth-
143gelthnisse, dem hochgemelten zu-
144stellen unnd einrhumen, wan s[ein] f[ürstliche] g[naden] ahnko-
145men werden, In massen ein erb[arer] Raedt
146sich solchs hirmit auch vorplichtet halten
147unnd haben will. J[e]doch, das hochgemelter
148 die vorschreibunge, so zwischen
149einem erb[aren] Rhaide der und
150den von Obarge68 der Resth, alß zehentausent
151gulden halben, In massen unnd gestaldt die-
152selben lauthet, auf unnd ahn sick69 nhemen
153unnd die der von Obarge
154ansprache70 halben, so von den Zehentausent
155gulden herruren, gentzlichen vortrede71, be-
156nhemen72 unnd schadeloiß halthe, das die
157gesanten ahn hogest unnd hochgedachte
158unnd zu gelangen unnd fhur ein-
159ruminge des endliche ercleringec zu beschaffende
160zugesagt, auch zu der zeid, wan
161alhir gelucklich ahnlanget, des vorraidtzs des
162korns, kuie73 unnd varenderhaiffe74 halben zimlig
163landßgebruicklich abtrag75 tuin lassen. J[e]doch, was
164von geschuitze von althers auf dem gewe-
165sen, von dubbelden haiken76 und andrem, auch
166was sunsth zum gehorich, soll unvor-
167rucket dabei pleiben.
Des In orkundt
168unnd stheter, vesther77 allerzeidtz haltunge haben
169die uffgemelt78 gesanten ihre ahngeborne pitzir79
170unnd ein erb[arer] Raedt gelichsfals der
171Secredt80 wissendlich hirunden gedruckt, und
172sein solcher vorschreibunge gelichludes81 zwe
173gemaket, welcher ein die gesanten, de
174ander ein erb. Raedt ahn sich genhomen.
175Nach Christi geburd thausent funffhundert dre und
176funffzig jar, Mitwochen nach Viti82.
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