Caroline von Schelling, Band 1


Fr. Schlegel an Caroline und A. W. Schlegel.

Berlin 12.? Februar 1799.

Ich nutze geschwind noch die paar Augenblicke, Ihnen auf Ihre reiche Gabe eine briefliche Kleinigkeit zu erwiedern.

Der Fichte ist gut und tüchtig und so grüßen Sie ihn auch von mir. Mich hat er mehr an meine Endlichkeit gemahnt und die Zeitlichkeiten, die mich von ihm trennen.

Schleiermacher meynt, man sollte vom Churfürsten zu Sachsen eine zu Recht beständige Definition von Gott und dessen Daseyn verlangen. —

Der Bote eilt, die Feder weilt, die Seele keilt —

Aber das ist doch gut und schön χαλονχαγαϑον von Dir, daß Du As you like it übersetzest aus eigner göttlicher Willkühr. Nun fehlt also nur noch der einzige Love’s labour lost zu denen vier, die ich classisch halte und groß unter den romantischen. Das vierte ist Hamlet, Romeo versteht sich von selbst. — Much ado setze ich auch unter die kleinen Götter, immer noch höher als den Merchant; und doch sind beydes Götter, wenn schon kleine.

Hab’ ich nicht Recht, die Lucinde nicht unter ihrem Preis weggeben zu wollen? —

Jette ist jezt ganz bezaubert von und bey Itzigs. ( — Wilhelm erinnert sich vielleicht noch ein Souper bey einer Levi — das ist noch die beste von dem langweiligen Volk — wo er neben einer heimlich geschnürten jüdischen Generalin saß) — Sie ist etwas gidry geworden, da sie in dem geistlosen Cirkel natürlich sehr glänzt; es ist wie eine, die sehr lange nicht gewalzt hat. Uebrigens nehmen Sie Ihre Herzlosigkeit nur nicht so schwer. Man kann ja auch ein Herz bekommen. Sie hat nur das auch nicht, weil sie niemals nichts hat und fest hält.