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Vertrag von Augsburg (2. August 1548) - BayHStA Augsburg, Reichsstadt Augsburg, Urkunden 677

Vertrag von Augsburg ( 2. August 1548) - BayHStA Augsburg, Reichsstadt Augsburg, Urkunden 677

1Wir, , von Gots gnaden Ro-
2mischer kaiser, zu allen zeiten Merer1 des , konig in Germanien, zu
3, , baider , , , , ,
4, , , , , , , ,
5, , , , , , , der
6 und und der des Oceanischen Mores etc., Ertz-
7hertzog zu , Hertzog zu , zu , zu , zu
8, zu , zu , zu , zu , zu , zu
9, zu , zu und zu etc., Grave zu , zu
10, zu , zu , zu , zu , zu , Pfalzgrave
11zu , zu , zu , zu , zu , zu , zu
12, zu und zu , Landtgrave in , Marggrave zu ,
13zu , zu und des Furst zu , zu
14, etc., Herr in , auf der , zu
15, zu , zu , zu , zu und zu etc., Be-
16kennen offenlich mit disem brief2 und thuen kundt meniglichen3: Als sich verschi-
17ner4 zeit etwas Speen5 und irrungen der Religion und anderer sachen halben zwisch-
18en weilendt6 dem Erwirdigen unserm Fursten und Rath und den Ersamen unsern
19lieben, andechtigen7 und des Reichs getrewen, , Bischove, seinem Thumb
20Capittel und gemainer8 Clerisey9 unserer und des Stat an ainem
21und N. Burgermaister und Rathgeben des klainern und grossern Raths10 gemelter11
22 anderstails erhalten12, derhalben sich gedachte13 Clerisey ain lannge zeit der
23Stat aus unvermeidenlicher notturfft14 geeussert15,16 darzwischen aller-
24hanndt weittere furnemen ervolgt, von unnotten, dieselbigen alle nach der leng
25zu erzelen: Das wir demnach aus dem gnedigisten genaigten willen, so wir
26zu dem hochwirdigen in Gotvatter, herrn , der hailigen Romischen kirchen,
27des Tittels sancte Balbinae priester, Cardinal und yetzigen Bischove zu ,
28unserm lieben Freundt, Fursten und presidenten unsers hofraths, gleich
29 vorfarn, deren Thumb Capittel und gemainer Clerisey und Gaistlichait,
30Desgleichen auch vorgedachtem klainern und grossern Rath und gemainer Stat
31 tragen, unsere Commissarien, nemblichen die Edlen und Ersamen,
32unsere und des lieben getreuen, , herrn zu Granuell-
33en, unsern Obersten gehaimen Rath, und von , unnsern
34hofrath, zu guetlicher verhore und underhandlung solcher Irer Spenn geordnet,
35welche auch die partheyen fur sich beschaiden17, nach der lennge gehort und dem-
36nach dieselbigen mit Irem guetem wissen, willen und gehell18 In der guete ver-
37glichen und vertragen haben, wie hernachvolgt:

[Art. 1] Nemblichen und zum
38Ersten, das hochgemelter und Bischove zu
39Thumb und andere Capittel und Stiffte, auch kirchen und Closter, so
40 gehorig, zu gelegen und mit der Clerisey hinaus gezogen seind,19
41sampt deren personen, Sy seyen in zeit des außziehens20 der Clerisey bey solchen
42kirchen oder Clostern gewesen oder nit, widerumb darin allermassen21, wie
43Sy vor verenderung und furgenommer neuerung der Religion22 gewesen,
44mit allen derselbigen Stifften, kirchen, Predigheusern, Schulen, Clostern, Claus-
45en und Capelln, Guetern, Heusern, hoven, Garten, zinnsen, Gulten23, Rennten,
46Rechten, gerechtigkaiten und einkomen frey eintzuziehen, darinnen sambt
47Irem gesind sicher und Frey zu wonen, zu hausen, zu pleiben, Ire ampter In
48Messen, predigen, Ceremonien, gepreuchen und allen andern gaistlichen und
49weltlichen sachen, wie Sy die in obgemelter zeit herpracht, sambt allen Iren
50Freyhaiten, gerechtigkeiten, Immuniteten, vertragen24 und Inen von Rechts-
51wegen geburenden Iurißdictionen und andern sachen, nit allain unverhin-
52dert meniglichs haben, geprauchen, halten und niessen25, sonder Sy auch ain
53Rath zu dabey guetlichen Schutzen, Schirmen und handthaben26, auch
54dawider mit worten oder wercken nit handeln oder yemandts andern zu
55thuen gestatten soll, In gar kain weise oder wege. Doch sollen die urthailen In
56Eesachen, die zeit erganngen,27 nit darumb, das Sy deßhalben approbiert, sonder
57allain weitter unrichtigkeit zu verhueten, Es weren dann gar enormes
58excesus geduldet, nit widerfochten, sonder dabey gelassen werden.


59[Art. 2] Zum andern soll auch niemandts nichts von den kirchen, Capitulen, Cor-
60poribus oder presentien28 gevolgt werden29, dann den Jhenigen, die solches, wie
61herkomen und Ire statua vermogen, verdienen, Es were dann deßwegen sond-
62ere vertrag zwischen den Partheyen mit deren gueten wissen, willen und gehell30
63rechtmessiglichen aufgericht und bethadingt31, die sollen in Iren wirden unnd
64Crefften pleiben und hiedurch nit aufgehaben sein.


65[Art. 3] Zum dritten, so sollen auch hochermelter Bischove, das Thumb Capittel, and-
66ere Stifft, Clerisey und ordens personen, wie vorlaut32, guet fueg33 und macht
67haben, ob die von oder die Iren etwas in die obgedachten kirchen oder
68Closter nach enderung der Religion gepauen34 oder gemacht hetten, dasselbig
69fur sich selbs und ausserhalb35 deren von zum tail oder ganntz ab-
70zuprechen, hinweg zu thuen oder pleiben zu lassen nach Irem willen unnd
71gefallen, unverhindert menigelichs.


72[Art. 4] Zum vierdten, damit ain gleichait In den Clostern und Clausen, als leutten di beyain-
73ander wonen muessen, gehalten werde, so sollen alle personen in denselbigen Clost-
74ern oder Clausen sich der alten Religion, In deren Sy in solche Closter komen, vergleich-
75en, gemes halten und kaine darwider in solchen Clostern gestattet, sonder, so Sy sich
76hievor von Iren Reguln und der alten Religion abgesondert und ye auf irem Furne-
77men beharrn wolten, darmit nit ain ganntze zerruttung daraus ervolge, yetz-
78und heraussen gelassen, aber Inen von dem Gotshauß oder Closter nit mer, dan
79sovil Sy darein bracht, gevolgt36 werden.


80[Art. 5.1] Zum Funfften, so sollen auch die gaistlichen bey Iren ordinarien37, aber Ir Ge-
81sind, was dasselbig in der Gaistlichen hofen begeet38, vor derselbigen Gaistlichen
82verordneten Richter, was Sy aber auf der gassen ober des Reichs Strassen freveln,
83vor ainer Oberkeit der Stat , wie solches vor der verenderung der Religi-
84on herkomen, gelassen39 und kain tail darwider beschwerdt werden.
85Dagegen und herwiderumb, so sollen auch unser lieber Freundt und Furst, der Car-
86dinal und zu , desselbigen Thumb Capittel, Clerisey, Priester-
87schafft und ordensleute, Mans und Frawen personen, den Rath unserer und des
88Reichs Stat , dieselbig Stat und deren burger bey Iren Freyhaiten, Rech-
89ten, gerechtigkeiten, wie die vor der verenderung der Religion obbemelt gewes-
90en, auch pleiben lassen, sich priesterlich und freundtlich gegen meniglich hal-
91ten und nyemandt, weder mit worten oder wercken, belaidigen. So
92aber ainer das ubertrette und nit hielte, durch unsern Frundt und Fursten,
93den Cardinal und , oder sonst sein ordenliche gaistliche Oberkait, der ge-
94bur darumb gestrafft werden. Eben dergleichen sollen auch die von Augspurg
95mit den Irigen, so obbemelten , seiner lieb Thumb Capittel und deren Gaist-
96lichen oder die Iren belaidigten, halten.


97[Art. 5.2] Ferrer und zum andern, als gemelte des Raths der Stat sich beclagt,
98wiewol vor diser zeit etwan etliche weltliche personen durch Ir verwurck-
99ung40 gedachter Stat mit Recht verwisen, so haben doch etliche Gaistliche
100dieselben darnach nichts destminder und ungeachtet erganngens Rechtens
101in Iren hofen und heusern In gemelter Stat , ainem Rath zu ver-
102clainerung41, enthalten42, mit pit, solches zu furkomen43, und aber die des Thumb
103Stiffts und Clerisey sich solches furbringens nit gnuegsam verwundern
104mogen, dann solchs nit allain nit geschehen, sonder auch von Inen nye ge-
105clagt oder deßhalb etwas angezogen44 worden. Ist bethadingt45, das unser Freundt
106und Furst, der Cardinal und , die von dem Thumb Capittel oder and-
107ere personen der Clerisey, die weren, wer Sy wolten, kainen verpandten46 oder
108verwisnen Menschen one unser oder ains Raths der Stat wiss-
109en und willen In Iren heusern oder hofen zu nit enthalten, sond-
110er, so das geschehe, soll der enthalter, so es der thete, derselbig durch uns, so es aber
111ain Thumbherr oder ander Gaistliche person thete, derselbig durch seinen
112Ordinarium gestrafft und darwider kain gevarde47 gebraucht werden.


113[Art. 5.3] Desgleichen und zum dritten, so haben sich auch die des Raths zu
114beclagt, welcher massen zu zeitten Ire, der stat , offne feindt unnd
115zum wenigstena derselben kundtschaffter und helffer sich in der Thumbherrn
116und anderer Gaistlichen hofen oder heusern gefarlicher weise enthalten, acht
117auf Ire Burger oder derselben Guetter, wann Sy aus der gefuert werden,
118nemen, darnach Sy und das Ire helffen berauben und hinwegfuern, mit
119underthenigister Bit, bey ainem Thumb Capittel und gemainer Clerisey
120zu verschaffen48, yederzeit, was Sy fur Gässt haben, ainem Burgermaister
121anzuzaigen, welchs aber abermals ein Clerisey kains wegs gestanden49,
122mit erbietung50, wa dieselbigen befunden, das Sy darumb der gepur51 gestrafft
123werden sollen, das aber Sy jederzeit solten Ire Gasst antzaigen, were bey dem
124wenigstenb Burger nit herkomen52, auch Iren freyhaiten zuwider, mit
125pit, Sy wider die pillichait53 nit zu beschweren54. Also ist bethadingt, wo sich
126solches zutruege, das der enthalter55, so solche enthaltung56 wissenlich the-
127te, durch seinen Richter der gebur Ernstlich und unnachleßlich darumb ge-
128straft. Desgleichen sollen Sy in der Stat aines Bischofs, seines Thumb
129Capittuls und deren Clerisey offne feindt, derselbigen kundtschaffter oder
130kunfftige abtrinnige auch nit enthalten, sonder, so Sy darin begriffen,
131gegen Inen, wie sich geburt, gehandelt werden solle.


132[Art. 5.4] Und wiewol unser Freundt der Cardinal und , Thumb
133Capittel und Clerisey der Stat vermaint57, Es solte ain Rath die abge-
134prochnen altar, Grabstain und anders, so In den kirchen hin und wider zer-
135schlagen und zerrissen worden, auf seinen, des Rats Cossten wider aufzurichten
136und zu machen schuldig sein, so haben wir doch durch obgemelte unsere Comis-
137sarien mit gemeltem unserm Freundt und Fursten, dem Cardinal unnd
138, sambt seinem Thumb Capittel und Clerisey sovil handlen lassen,
139das und Sy die wider aufrichtung derselbigen altar, Grabstain
140und anders In den kirchen und Clostern, so in dem vertrag vor dem hochgebor-
141nen unserm lieben Schwager, , aufgericht,58
142Specificiert, uns zu gefallen und ainem Rath zu gnedigem und freundtlich-
143em willen, auf Iren selbs Cossten one zuthuen deren von , nach Irer
144notturfft59 und gelegenhait, wider aufrichten und pauen mogen.


145[Art. 5.5] Zum Funfften, wiewol von unserm Freundt dem Cardinal und
146 furpracht, das alle kirchen, die haben namen, wie Sy wel-
147len, und Gaistlichen superioritet und Iurisdiction gelegen, auch
148die60 der pfarren, predicaturn und Schulen und deren
149Tumb Cappittel und Clerisey zustenndig und deßhalben und Inen
150dieselbigen zutzustellen und Sy daran nit weitter zu verhindern, auch das
151Sy den Frey oder kirchhof zu und anders der endts, In-
152massen das hievor gewesen, wider auffrichten gebetten.
153Gleicherweise auch angezaigt worden, das die versehung61 aller anderer
154kirchen und Closter zu als dem Ordinarien62 zusten-
155dig, mit Bitt, die von antzuhalten, dieselbigen auch gentzlich
156zu restaurirn und zu Restituirn und an ferrner versehung der-
157selben mit zu verhindern.


158Dagegen aber die verordenten aines Raths furpracht, das Sy zu anstell-
159ung63 des , Inen von uns gnediglichen zugelassen und von Inen
160undertheniglichen angenomen, auch kirchen haben muessen, So weren
161auch nit alle Closter kirchen, Predig heuser oder Schulen ainem Bischof,
162Sonder zum tail Inen, denen von , zugehorig, zum tail unnder
163Irer pflegerey, so hetten auch die personen etlicher derselben Closter vast alle
164deren gefell64 zuvor verschwendt gehabt, dieselbigen zu unpau komen unnd
165zum tail gar od65 steen, die ubrigen Inen ubergeben lassen. Do Sy die kirchen
166wider aufgericht, zinnß abgelost, die leibgedinig66 bezalt, alles nit one groß
167darlegung des Iren, und volgendts die Gutter und heuser derselbigen In Got-
168liche almusen, als in underhaltung der armen und auferziehung der
169Jugent gewendt, die andern weren noch in Irem wesen, So were ain Rath
170der uberigen vorderung der gepeu und abprechens halben In- und ausser-
171halb der kirchen mit ainem Bischof, dessen Capittel und Clerisey schon ver-
172tragen, also das Sy verhofften, wir wurden desselbigen zufriden sein und
173es dabey gnedigist pleiben lassen, welches aber der , Capittel unnd
174Clerisey nit gestanden67. Also haben baide tail aus sonderm68 underthenigist-
175en vertrauen, so Sy zu uns tragen, solche nechst obgeschribne Puncten und
176was darin begriffen zu unserer weittern erclärung und determination69
177freundtlich und undertheniglich gestelt. Also, was wir derohalben auf
178gnuegsame verhor und erkundigung aller gelegenhait und nach gestalt
179der sachen weitter ordnen, das es dabey gentzlich gelassen und demselbigen
180getrewlichen gelebt und nachkomen werden soll.


181Unnd damit baide tail vertragen, auch aller unwill, ob sich der in ainiche
182wege zwischen den partheyen oder deren ainiche mit wortten oder wercken
183begeben het, wie oder zwischen was personen das geschehen were, niemandts
184ausgenomen, tod, ab70, gericht71 und geschlicht sein und pleiben und kain tail
185an den andern deßwegen kain weittere ansprach72 noch forderung nym-
186mermehr haben, in kainen wege, auch ainander weder mit wortten
187noch wercken weitter belaidigen, sonder welcher etwas Spruch73 oder forder-
188ung an den andern zu haben vermaint, dasselbig mit Recht an ortten, da
189es sich geburt, suechen und es dabey pleiben lassen soll. Und ob sich ainicher
190Missverstandt dises vertrags halb zwischen bemelten partheyen zutruge,
191So haben wir uns Leutterung74 derselbigen nach verhor baider partheyen
192yederzeit zu thun, dabey auch die tail pleiben sollen, vorbehalten, alles
193getreulich und ungefarlich.
194Welche abrede also alle tail zu dank und gfallen angenomen unnd
195deren nachzekomen bey Iren Furstlichen wirden, Eern und aiden, sovil In-
196en von Rechtswegen zu thun gepurt, zugesagt und versprochen, alles getreu-
197lich und ungefarlich.


198Und dieweil diser vertrag aus unser, , sondern Bevelh, wissen
199und willen abgeredt, aufgericht und gemacht und dan auch baide tail in
200unserm, als Romischen Kaisers und Oberisten vogts der Christenlichen kirchen75
201Schutz und Schirmb seind, So setzen, ordnen und mainen wir von
202Romischer Kaiserlicher macht, das derselbig vertrag in allen seinen Puncten,
203Clauseln, artickeln, maynungen und Begreiffungen steet, vest76 und unver-
204pruchlich gehalten und volntzogen und von jemandts dawider nicht furgenomen
205oder gehandelt werden solle. Und gepieten darauf
206obgedachtem unserm Freundt und Fursten, herrn , Cardinal unnd
207Bischof zu , Thumb Capittel und gemainer Clerisey,
208auch Burgermaister und Rath der Stat , Ernstlich und vestig-
209lich77 mit disem brief und wellen, das Sy disen obbestimpten vertrag seins
210Inhalts, wie der Ir yeden beruert, steet, vest und unverpruchenlich halten,
211volnziehen, demselben nach komen und geleben und dawider nit thuen, hand-
212len noch furnemen, auch yemandts zu thuen nit bevelhen noch gestatten,
213in kainerlay weise, als lieb ainem yeden sey unser schwere ungnad unnd
214Straff, so die, welche hiewider fravenlich78 theten, und furnemblich, so die son-
215dere79 personen weren, unnachleßlich zu gewarten80 haben sollen, zu vermei-
216den, das maynen wir Ernstlich.

Und wir, , von
217Gots gnaden Cardinal und Bischof zu , ,
218Thumbprobst, und , Thumbdechant, fur uns selbs
219und in namen unsers Thumb Capittels und gemainer Clerisey, unnd
220wir N. Burgermaister und Ratgebende des klainern und grossern Raths
221der Stat Bekennen hiemit offenlich, das diser vertrag mit
222unser aller seitz81 guetem willen, wissen und gehel abgeredt, aufgericht
223und geschehen ist. Gereden82 und versprechen auch fur uns und unsere nachko-
224men bey unsern Furstlichen wirden, Eern, aiden, auch andern der
225, unsers allergnedigisten hern, Inverleibten Peenen, dehnselben ver-
226trag, sovil der unser yeden belanngt, In allen puncten, Clausulen und Inhalt-
227ungen steet und unverpruchlich zu halten, demselben gentzlich nach zu komen
228und zu geleben, darwider nymermehr zu thuen noch schaffen83 oder gestatten ge-
229thon werden, in kainen wege, mit verzeihung und Begebung allerseits
230aller und yeder freyhaiten, Rechten und gerechtigkeiten, so wir hierwider hab-
231en oder kunfftiglich uberkomen, wie die namen haben und wir uns dero von
232Rechtswegen verzeihen mechten, nichtzit84 ausgenomen, dann wir uns sambt
233und sonders derselbigen hiemit, sambt dem Rechten gemainer verzeihung
234one vorgeende sonderung widersprechendt, wissentlich auch getrewlichen und
235ungefarlichen verzeihen und begeben.

Des zu urkundt und merer sicherhait haben wir,
236, unser kaiserlich und wir, , unser Bischoflich, wir,
237, Thumb probst, und , Thumbdechant, unsers
238Thumb Capittels, und wir, Burgermaister und Rath der Stat , ge-
239mainer Stat Insigel in namen unser und aller unserer mitver-
240wandten an disen Brief, dero drey gleichs lauts verferttigt und yedem tail
241ainer zugestelt ist, anhangen lassen.

Geben in unser und des
242Reichs Stat am andern tag des monats Augusti, nach Christi,
243unsers lieben hern, gepurde Funfftzehenhundert und im achtundviertzigist-
244en, unsers Kaiserthumbs im achtundzwaintzigisten und unserer Reiche im
245dreyunddreissigisten Jaren.


246
247Ad mandatum Caes. et Ca-
248tholicae M.tis proprium.
249.
250.


Textapparat

a Im Original: wenigisten.
b Im Original: wenigisten.

Sachliche Anmerkungen

1 Vergrößerer; Der, der vermehrt. Seit (dem Bayern) Teil der Herrschertitulatur der römisch-deutschen Kaiser, als Übersetzung des lateinischen »augustus«.
2 Urkunde.
3 jedermann.
4 vergangener.
5 Uneinigkeiten, Zwistigkeiten.
6 vormals.
7 Andächtiger = Ehrentitel für Geistliche.
8 allgemeiner.
9 Geistlichkeit, Priesterschaft.
10 Zu diesen beiden Ratsgremien vgl. .
11 genannter.
12 bestanden
13 genannte.
14 Erfordernis, Notwendigkeit.
15 die verlassen haben.
16 Vgl. die Einleitung.
17 vor ihnen zu erscheinen beordert
18 Zustimmung.
19 Vgl. Anm. XXX.
20 Wegzugs.
21 in jeder Hinsicht.
22 Vgl. die Einleitung.
23 Abgaben.
24 Verträgen.
25 nutzen.
26 verteidigen.
27 Seit Erlass der reformatorischen Ordnungen vom 14. August 1537. Vgl. dazu die Einleitung.
28 kirchliches Sondervermögen.
29 überlassen, ausbezahlt werden.
30 Zustimmung.
31 ausgehandelt, beschlossen.
32 wie vorher gesagt.
33 Befugnis.
34 gebaut.
35 ohne Zustimmung.
36 ausbezahlt.
37 Vorgesetzten, Richtern.
38 Hier im Sinne: Unrecht, Straftat begeht.
39 Hier: verhandelt.
40 Vergehen.
41 Herabsetzung, Geringschätzung.
42 unterhalten, versorgt.
43 zu beenden, abzustellen.
44 beschuldigt.
45 beschlossen.
46 Verbannten.
47 Betrug, Hinterlist.
48 dafür zu sorgen, dass
49 zugestanden, eingeräumt hat.
50 dem Zugeständnis
51 nach Recht und Gesetz.
52 üblich.
53 Gewohnheitsrecht.
54 ungerecht zu behandeln.
55 Unterstützer.
56 Unterstützung.
57 annimmt, dafür hält.
58 Vgl. die Einleitung.
59 Erfordernissen.
60 Kirchen.
61 Verwaltung.
62 Vorsteher, Richter.
63 Einrichtung.
64 Abgaben, Einnahmen.
65 öd, verlassen.
66 Leibrente.
67 zugestanden, zugestimmt.
68 besonderem.
69 Erwägung.
70 abgeschafft, aufgehoben
71 versöhnt.
72 KLage.
73 Klage.
74 Erläuterung, Auslegung.
75 Der Kaiser als oberster Schutzherr der Kirche.
76 Rechtsformel: steet und vest = dauerhaft.
77 Rechtsformel, die das Gebieten des hier bestärkt: ernstlich und vestiglich = mit aller Autorität.
78 frevelhaft.
79 herausgehobene.
80 erwarten.
81 allerseit.
82 Geloben.
83 vorhaben, planen.
84 Verstärkung noch »nichts«, im Sinne von: nichtsnicht, überhaupt und gar nichts.