Frankenthaler Kapitulation ( 13. Juni 1562) - StAFT A 001
1 Anno 1562. den 13. Junii
2Capitulation der underdanen des flecken
3
4Zu wissen: Demnach etliche verjagte Christen, wellche hievorn
5Ire heußliche wohnungen von wegen bekanndtnus christlicher Religion
6verlassen muessen, biß anhero zu sich enthalten1,
7aber umb zugestandner angelegenheit willen, dißmals derendem2
8lenger nit verbleibt mögen. Derhalben bey dem Durchleuchtigsten
9Hochgebornen Fürsten unnd Herrn, Herrn pfaltzgraven
10bey Rhein, des Erztruchsäß unnd Churfürst,
11Hertzog in etc. mit unnderthenigstem ansuchen unnd bitten,
12sovil erlanngt, das Ire Churfürstlichen Gnaden ,
13Dieweil dasselbig auß mangel zuvor darin gewesner Ordens-
14personen diser Zeit gar nahe Ode3 gestannden, umb gepürlichen Zinß
15zubewohnen, unnd alls sy alls Unnderthanen hinder Ire
16zuziehen unnd auffzunemen gnedigst bewilligt und zugelassen.4
17So haben demnach sein nachfolgender geding unnd Capitulation,
18wie es zwischen unnd zu beiderseits gehallten werden soll, sich mit Inen
19verglichen wie volgt:
20[Art. 1] Nemlich dergestallt unnd Erstlichen, das sie jetzo allßbald nach
21Irem Innzug seinen unnd deroselben Erben, so pfalz-
22graven bey Rein unnd Churfürsten sein werden, gewonliche huldig-
23ung unnd pflicht thun, allso an sein statt derselben
24bevelch unnd gewalthabern globen5, unnd einenn leiplichen Eid zu
25Gott schwern sollen, seinen unnd dero vermelten Erben
26getreu, bald gehorsam, allen derenselben und Irer Amptleuth gepotten,
27verpotten, Satzungen, Ordnungen gewerttig unnd underwurffig zu
28sein, wie sollichs die verfasten puncten des Eids ferner ausweisen.
29[Art. 2] Zum Anndern, dieweil dise verjagte alls numehr der Underthanen
30Ire eigne kirchen zu haben, unnd darinnen von
31nottwendigkeit Irer mutter spraach wegen die predig des Heyligen
32Evangelii, auch Administration der Heyligen Sacramenten
33derselben irer spraachen eigenschafft nach zuhören unnd
34christlich zuuben gebrauchen muessen, damit dann
35kunfftig darunder kein mißverstanndt furfallen noch
36etwas unrichtigkeit daraus erwachssen möge, so von hochst-
37gedachtem austrucklich inen aufferlegt, auch
38durch sie angenommen, bewilligt und versprochen, das sie alls
39samment unnd besonnder in sollicher irer kirchen, sovil die
40Christliche Lehr unnd Ceremonien, auch reichung der Heyligen
41Sacramenten belangen thut, sich in alle weg seiner
42 habender Kirchenordnung, wie Sie in
43jeder zeit angestellt unnd gehalten würdet,6 gleichmessig erzeigen,
44derselben verhallten, unnd kein enderung oder Neuerung einfurn
45noch gebrauchen sollen, auff das den umbligenden Stätten, Fleckhen und
46Dörffern Iren genachparten keine ergernuß noch sonnst zu
47unnotturfftigem ausschreyen oder gezennckh nit ursach gegeben
48werden.
49Das Sie auch bey Inen keinen pfarrer oder predicanten one wissen
50unnd bewilligung der verordneter Kirchen Räthe7
51jetzt oder kunfftig annemen oder beurlauben sollen.
52Da auch kunfftig der Religion Lehr oder Ceremonien halb miß-
53verstanndt oder zwitracht mit den pfarhern oder predicanten
54sich zutragen oder begeben würdt, das sollicher zwytracht
55oder mißverstanndt nit hin unnd wider sonnderlichen auff der
56Canzel spargirt8 noch ausgebreitet, sonnder an höchstgedachts
57Churfursten pfaltzgrauen etc. verordnete Kirchen Räthe gebracht,
58unnd derenden9 Christlich unnd gepürlich entschiden unnd ver-
59glichen10 werden sollen.
60[Art. 3] Zum Dritten, damit dise angenommen Unnder-
61thanen in zutragenden spennen unnd fellen11 zu rechtlicher oder guetlich
62erörterung irer Irrungen gewiße Außtrag unnd bescheidt erlanngen
63mögen, so hat höchstgedachter inen darin dise Ordnung
64unnd maß gegeben. Dieweil bemelts in seiner Churf[ürstlichen]
65G[naden] Ampt gelegen, das Sie demselben Ampt alls Unnder-
66thanen auch eingeleibt sein, Vitzthumb12 unnd Lanndtschreibers13 zur
67, durch eins Schulthessen14 zu , oder
68, oder wo Inen der jederzeit benennt unnd furgesezt wurdet,
69bevelchs gewartten, unnd zugehorsamen schuldig sein. Der Gerichte,
70so man inen jetzt oder kunfftig benennen unnd ordnet, sich gebrauchen, auch
71sonnst in allen fällen, wie die Namen haben oder sich zutragen möchten,
72desselben Ampts Innwohnern gleich geachtet unnd gehalten werden solln.
73[Art. 4] Zum Vierdten dieweil zuhanndthabung der pfaltz wildfuere, unnd
74annder bewegenden ursachen willen, des Groß Franckenthals
aue-
75hauß auch der beder Frannckenthal Wäld, Busch unnd Vischwasser,
76sampt der Mülen, Würtßhaus unnd Schmidten, ausserhalb der Closter
77an andern orthen, auch die Kelter zu Großfrannckenthal gelegen,
78der Kirchen Verwaltung auß unnd vorbehallten, So sollen Sie unnd die
79Irigen sich derselben stuckh unnd Irer nutzbarkeiten enthallten. Wo aber
80jemandt darin mit Holzhauen, fischen, Grasen, Eicheln aufflösen,
81fruchtbare Baum zu schutteln, oder sonnst in anndere wegen Ainung zutrugen,
82befunden wurde, (wellches doch keins wegs sein) der soll durch
auffge-
83sezte Ainungsstraff, wie dieselb kunfftig unnderschidlichen benampt
84unnd deßhalb ordnung gegeben, gebusst werden. Doch wo kunfftig
85Weyden, Brenn, oder Buschelholz, Hauig unnd zuverkauffen derenden
86vorhannden sein wurden, dessen man zur Haußhaltung des kleinen
87Frannckenthals nicht bedurfftig, soll disen Unnderthanen dasselbig vor
88anndern feil gebotten unnd in billicher erachtung kauffsweiß
89vergundet werden. Es sollen dise unnderthanen durch sich unnd
90die Iren der Wildfurer dermassen enthallten, das Sie darinnen
91Argwohnig nit betretten, auch in disem fall mit
auß-
92fuerung irer hundt unnd in anndere weg der pfaltzs
93Jäger unnd Forstknecht verordnung unnd bevelch, wie
94annder Unnderthanen sich gemeß verhallten.
95[Art. 5] Zum funfften, alls churfurstlicher pfaltz Ir das Klein
francken-
96thal mit seinem begriff, dißmal auch auß unnd furbehallten
97darinnen der pater sampt dem Oeconomo beuelch haben
98unnd gesinde ire wohnung nemen, so habent nicht minder
99sein Churfl. G. ir auch disen weittern furbehallt gethan,
100wo sein Churfl. G. kunfftig in das Großfranckenthal
101auch ein besonnder wohnung bauen, unnd zurichten lassen
102wollten, darinnen einen Bevelchsman wie der Namen
103haben möcht zusetzen, der disen Unnderthanen furstunde,
104oder anndere geschefften allda verrichten sollen, das sein Churfl. G.
105sollches zu jederzeit zuthun ungehindert bleiben, doch denselben
106Bau an sollche orth wir dann hievor mit den Unnderthanen deswegen
107augenscheinliche vergleichung beschehen zustellen, das Es
108Inen an Iren wohnungen auch kein sonndere verhinderung
109bringen möge.
110So soll auch derselben person, die allso verordnet wirt beuor
111unnd frey stehn, ungeacht in wellchem Frannckenthal
112Sie wohnen möchten, so tag, so Nacht, mit bescheidenheit
113Im Grossen Frannckenthal durch gepürliche Visitation
114auffmerckens, auch zu allen verschlossnen gemeinen
115pforten unnd Thoren diß orths ein freyen ein unnd
auß-
116ganng zuhaben, das Ime (jederzeit) nottwendige Schlussel
117gevolgen sollen.
118[Art. 6] Zum Sechsten, Damit auch an diesem orth zuverhueten aller-
119hanndt Irrungen und vervortheilung an maß, meß, Elnmeß unnd gewicht
120gleichnit gehallten, so sollen dise stuckh ebnermassen wie derends von
121alters herkhommen dißmal ungeendert bleiben, Dergestallt das
122jetzt allsobald die fruchtmeß, auch maß, Elnmeß unnd gewicht
123auß bevelch der Amptleuth zur Neuenstatt durch diser ding
ver-
124stenndige uberschitt, gericht unnd gerecht gemacht, Den
inn-
125wohnern gegen gepurlicher bezalung zugestellt (sovil sie dessen
126begern, unnd zugeprauchen bedürfftig sein werden) unnd sollen
da-
127neben die Amptleuth von den fruchtmessen besondere Kupfferling,
128allso auch der maß, Elnmeß, unnd gewichts halb aigne Eichkandten,
129auch die Wagen mit zugehörigem gewicht steinen, sampt einem
130Eissenstab zu den Elnmesen machen lassen, dem verordneten
Schul-
131thessen zustellen, damit dieselbige auff maß unnd form, wie Ime
deß-
132wegen Ordnung furgeschriben werden soll, Den begerenden sollchs
133alles mit zutheilen auff das man deßwegen ausserhalb der pfalenzs
134Obrigkeit annderst wo nit ansuchen durffe, wie auch bey straffe
135verpotten sein soll Inn disem unnd annderm der Amptleuth anstellung
136zugehorchen, unnd sonnst frembder meß noch gewicht an disem orth zu
137Frannckenthal mit geverden ausserhalb besonnderer noth oder ursachen
138auch one vorwissen unnd zulassen der pfaltz beuelch haber sich niemandt
139geprauchen. allso soll es auch mit Brott fleisch unnd Weinschatzung
140belegung des Ungelts unnd was diser ding mer seint zu der amptleuth
141verordnung stehe, deß Neuenstatter Ampts(gebräuch) gemeß deshalb gehallten
142werden.
143[Art. 7] Zum Sibenden sollen alle dise ankommende Unnderthanen wie andere
144Innwohner des Ampts Neuenstatt mit fron Preis schatzung und
145dergleichen Servituten der Churfurstlichen pfaltz zuleisten
ge-
146werttig unnd verbunden sein. Doch mit diser bescheidenheit
147wo befunden dieselben diser Lannds arth den fron mit der hanndt
148zuverrichten, oder Zuraifen untuglich, das sie fur die fron järlicheen
149auch wann sich der fahl des außreissens begeben wurde, allsdann
150furs selben benampte summa gelts, wie man sich dessen vergleichen
151mag zuerlegen schuldig sein soll.
152[Art. 8] Zum achten Wo sich bey inen frevel unnd bussen zutragen
153werden soll abermals bey pfaltz Amptleuth verordnung stehe,
154ob die freveler jedesmals nach gelegenheit der verwurckhung
155gestrafft, oder kunfftig deßhalb einer jeden frevel Ir besondere
156maß gegeben werden solle.
157[Art. 9] Zum Neundten, den ein unnd außzug belanngen, ist von
Churfurst-
158licher Pfaltz zugelassen, das dise frembde jetzmals Inn die
159Sechzig Hauß geseß, oder wievil mer deren des ersten Innzugs
160furhannden sein werden, frey one entgeltnus allda innziehen mögen,
161hernach aber sollen sie bey inen niemandt weitters einziehen
162lassen, an oder auffnemen, dann mit besonderm vorwissen und
163bewilligen des Churfursten, unnd wellche allso hernach mit
be-
164willigung, es sey durch Heurat oder sonsten derendts bey Inen
165sich nider lassen werden, von denselben soll von jeder person des
166Innzugs vier gulden, deren die drey gulden der Obrigkeit,
167unnd einer dem Flecken, zuerhalltung nottwendiger gebew,
ge-
168pürn unnd zustehn, empfanngen unnd gehallten werden. Sovil aber
169den abzug betrifft. Da ein oder mer Haußgesaß, oder villeicht
170die gannz gemeinde, mit Iren Ernstlichen wohnungen von dannenn
171ausserthalb der pfalz Obrigkeit sich (nit) annderst wohin zubegeben
172furnemen, so offt unnd von wem das geschehe, sollen die abziehenehn
173nach gelegenheit Irer hab unnd narung, kunfftiger verordnung nach
174der herrschafft abzug gelt, doch dasselbig nit uber funff gulden
175vom hundert zugeben schuldig sein. Es sollen auch die jhenen so
her-
176nachmals an disem orth zuwohnen auffgenommen, sobald sie innziehen
177den Amptleuthen von wegen Churfl. pfaltz huldigung thun, allso auch
178eines Jeden Jars, auff ein benannten tag alles Ir gesindt von Obrigkeit
179wegen zu pflichten angenommen werden, aller hanndt unrichtigkeit
180dardurch zufurkhommen.
181[Art. 10] Zum Zehenden, Dieweil der Obrigkeit in alle wege bevorsteht, auch
182Inn churfurstlicher pfaltz geprauchlich ist mit aufflegung Ungelts,
183Zoll unnd weg gelts gegen heimisch unnd frembden Ordnungen, und
auff-
184sazungen zuuben, So ist hierin bethedingt, das dise Innwohners
185der Churfl. pfaltz ungelts unnd Zolls Ordnungen sich auch gemeß
ver-
186hallten oder Im fahl der ubertrettung, gepurender straff gewarten sollen.
187[Art. 11] Zum Eillfften, soll es auch mit auffsetzung der gewonlichen Beeth, oder an
188statt derselben annderer steurmaß gegen disen gehallten werden, wie man
189sich kunfftig zuvergleichen hat,
190[Art. 12] Zum zwelfften, dieweil disen Unnderthanen (ausserhalb obgemelter
fur-
191behalltner stuckhe) sonst der bezirrkh des grossen Frannckenthals mit
192allen wohnungen, auch zugehörigen Bauhofe, unnd daran gelegnen
Scheu-
193ren, zubewohnen unnd zugebrauchen Inngereumpt wurde, ist dessen
194vor järlichen zinses unnd annder notturfft halben mit Inen
nach-
195folgende vergleichunge beschehe, Nemlich das Sie aus sollchen wohnungen
196wir Inen die jetzo derenden eingereumbt (und) so lang sie dieselben besitzen
197werden Järlichs unnd ein jeden Jars besonnder auff Johannis Baptiste
198zu gepurendem Haußzinß dem Oeconomo zu Kleinfrannckennthal
199anstatt der Kirchen verwalltung one abganng reichen unnd außrichten
200sollen annderthalb hundert gulden in grober munz, den gulden zu
funff-
201zehen batzen, gegen gepurlich Quittung. Darzu all sollich wohnungen
202und Behaussungen, wie inen die jetzo gestellt, unnd eingeben werden
203allso in gepürendem pewlichem wesen, Dach unnd schwellen
204auffrichtig und unzergennglich auff iren costen erhallten, mit
zer-
205brechung der mauren unnd gewelb. Darinnen nichts dann mit
vor-
206wissen unnd zulassen furnemen, sonnderlich aber daran keinen
geuer-
207lichen schaden thun. Wurde dann jetzt oder kunfftig jemandts unnder
208Inen derenden Neue grundt buche mit wissen auffrichten, von denselbigen
209soll jederzeit der Obrigkeit gepürliche gepurende diennst wie obsteht,
210unnd der Kirchen Verwalltung, aber davon zimlicher Jerlicher
211boden Zinß gefolgen.
212[Art. 13] Zum Dreyzehenden, Dieweil zu Groß Frannckenthal ain
Mahl-
213mül mit gehendem unnd lauffendem geschirr, sampt annderer
214Zugehörde, auch ein Bierhaus mit einem grossen inngemaurten
215Braukessel, sampt etlichen Kueffen, unnd was zu disem werckh
ge-
216hörig vorhannden, Ist abgeredt, wiewol nun dise mühl, unnd
217Brauhauß Inn dem obgemelten Zins den frembden Zubewohnen
218auch eingeraumpt ist. Das doch Inn der mülen allßbald ires
219Innzugs, wie gebreuchlich, das gehendt unnd lauffennd geschirr
220durch einen oder zwen müll arzte geschetzt, angeschlagen, unnd
221von den bestenndern hinfuro in genuglichem wesen, und besserung
222dermassen erhallten werden, das Sie Im fall abzugs sollichs alles
223In sollchem werdt wider dem Kloster zuzustellen oder dessen
Zube-
224zalung sovil gelts so uber jetzige schatzung von Inen daran
geschme-
225lert zuerlegen schuldig sein sollen, wann Inen auch geliebt, des
226schliessenden geschirrs an Zubern, mehelkäßten, (und anderm In der muln allso auch dem Braukessel), Kueffen unnd dergleichen
227Im Bierhauß vor sich zuhaben, soll Inen sollichs nach billicher Achtung
228kauffsweis auch zugestellt werden.
229[Art. 14] Zum vierzehenden, ist offt berurten Unnderthanen verwilligt, das
230man zu Herbstzeitten auff der Kelter zu Groß Frannckhennthal
231ungeacht dieselbig vorbehallten nit minder umb gepürenden Kelterwein,
232wie inn der Pfaltz, da man sich der Bankeltern gebraucht, ublichen ist.
233Sie darauff auch deihen lassen welle, biß auff kunfftige weittere
234versehung unnd Ordnung die inen derhalb geben mag werden.
235[Art. 15] Zum funffzehenden, Dieweil vormuthlich, das anfanngs diser
Hauß-
236halltung biß die wohnungen zu besserer gelegenheit gerichtet,
237die Innwohner mit Iren feuren zu Kochen unnd sonnst vilen orthen
238da es nit allenthalben mit Herdstadt unnd Schurnsteinen versehen
239sich behelffen muessen, So ist sonnderlich bedingt, das sie allßbald
240nach irem innzug dißer ding halben unnder sich selbst wacht anstellen,
241damit so tag, so nacht der feur malstatt wol wahr genommen, unnd da nit schaden entstehe, dann sollt Uß irem fahrloß den
ge-
242beuen durch feur nachteil zugefuegt werden Sie denen zuerstatten
243schuldig sein.
244[Art. 16] Zum Sechzehenden belanngen die Bäugueter. Dieweil mit disen
Inn-
245wohnern unnder annderm auch verglichen, unnd Inen bewilligt, den
246Acker Bau sovil morgen diser Zeit unnder des Grossen Franckenthals
247pflug gebauen worden umb gepürliche lanndt pfacht innzuraumen.
248So ist deßwegen abgeredt, das noch Innprachter jetzt
nechstkunff-
249tiger Ernde die ganntze Groß Frannckenthaler gemarcken, gegen
250allen anstossern beritten, die Schid unnd marckhstein besehenn,
251an orthen wo nott Neue stein zusetzen, unnd dann durch der pfaltz
252geschworne Lanndtmesser die ganntze gemarcken, mit der Rudten
253beschlagen, dem morgen maß nach eigentlich zubeschreiben
furge-
254nommen werden soll, unnd so das alles beschehen disen Unnderthanen
255unnd bestenndern allßdann gegen bestattung unnd bezalung
auffge-
256wenndten Baurostens unnd gethaner sath sollche Ecker so unnder des
257Grossen Frannckenthals pfluge gewest (deren ungeuerlichen
258achtung nach Eintausent Achtzig Neun morgen mer oder
259munder sein mögen) zu iren hannden bestanndts weiß gestellet
260unnd darüber Länndtlich gebreuchliche verschreibung
auffge-
261richtet. Allßo das sie von Inen in guttem Bau unnd besserung
262gehallten werden unnd Järlichs auff martini dem Oeconomo
263zu Klein Frannckenthal an statt der Kirchen Verwalltung, davon
264unnd daraus zupfacht raichen sollen von jedem morgen wievil sich
265deren im anschlag der Rudten gemeinem Lanndtmaß nach befinden
266werden. Ein halb malter Korn gedroschner gutter durrer frucht
267Kauffmanß gut von dem pauer gereicht wie diser Lanndts
268Arth, mit bezalung dergleichen Korn gult, preuchlich
herkhom-
269men, one der Kirchen Verwalltung oder gült herrn costen, auch
270mit dem meß, so man sich im Kloster gebrauchen wurdt auff
271einen Kasten zuliffern, unnd zuwehrn, doch soll die lifferung
272dermassen geschehen, das die pfacht zum wenigsten von jedem
273morgen aus einer Hanndt beschehe, mit ganntzen oder halben
274malter, unnd nit einzeliger weiß, mit Simmern oder halben
275Simmern zuempfahen.
276So sollen auch die Innwohner des Ackersbaus die gueter diser Landts
277arths prauch nach mit Zackern, Düngen unnd aller notturfft, in
278guttem wesentlichen Redlichem Bau wie obgemelt erhallten. Da
279Sie aber einen oder mer morgen (welchs doch keins wegs sein solle)
280ungebaut wüest liegen liessen, soll nit deßtoweniger der Kirchen
281der benampt pfacht werden, Und disfalls päuer ainer vor dem anderen
282zusteen unnd zu heben schuldig sein.
283Dieweil auch Inn der Churfl. pfalz, Es seyen dann sonndere
frey-
284heit vorhannden, sonnst kein gut zehend frey, ist abgeredt. Das
285dise päuer von Ackhern, Wingarthen Gärthen unnd
286allen ligenden guetern, auch von irem Vihe zuge dem lanndlichen
287brauch nach wir inen dessen nachmals sonndere Ordnung
furge-
288schriben werden groß unnd clein zehenden, wie anndere
Lanndt-
289sessen unwaigerlichen zureichen zugeben unnd sich in disem fall
290wie anndere der pfalz unnderthanen der Amptleuth verordnung
nach-
291gemeß hallten sollen unnd wollen.
292Es somit auch auff den Eckern zum Grossen Frannckhenthal gehörig die
293unnderste Zeil Nußbäum der Kirchen Järlichen Zugeniessen
vorbe-
294hallten.
295Die Wingarten so dem Grossen Frannckenthal zustenndig seind, Zum
296theil alt, Zum theil New Reutten, antheil Newlich bestockht,
297sollen diß Jar der Kirchen vorbehallten sein nach Inngebrachtem
298Herbst, aber den Bestenndern umb einen gewohnlichen Wein Zinß
299dieselben furtter auff Iren costen. Inn unzergenglichem Wingart
300bau zuerhalten, auch Inngeraumbt werden. Ebner massen wie
301mit dem Ackergutt, dieselben Zuvor Zumessen, dem morgen meß
302nach unnd auff jeden morgen besonnder wein Zinß zuschlagen,
da-
303ruber besondere Zinß Register mit Inen auffzurichten.
304Allso auch mit dem Gärten unnd Wiser in unnd ausserhalb
Groß=
305Frannckenthal bezirckhs gelegen, sampt dem Wißwachs auff der
306morsher Aue, sovil man dessen zum gebrauch des Auehauß enttraten
307kan dem morgen meß nach nach achtung unnd gelegenheit Inen umb
Jär-
308lich graß gelt zuverleihen bewilligt.
309Des Vihetribs unnd Waidgangs halb so das Groß Frannckhenthal
310herpracht soll Inen umb gepürlich Weidgelt, wie man dessen
311auch der anzal der Vihes damit die Waide nit uberschlagen
312auff verstenndiger Baurßleuth anschlag sich mit Inen
Zu-
313einigen hat, doch vorbehälltlich zu Eckern Zeit, da in vorbehallten
314buschen, die Eicheln Järlich wie gebreuchlich (umb) Dhrem gelt
ver-
315lihen werden. Dise Innwohner wie anndere genachbarte zu
316hallten sich auch Inn vor anderen umb gepurlich Dhrem gelt
317Zugelassen werden.
318Im fall auch kunfftig bey disen Innwohner ein Scheferey anzurichten
319vor nutzlich angesehen unnd furgenommen werden wollt, soll
320sollches alles mit der Obrigkeit vorwissen beschehen unnd deroselben
321auch Ire gebürr der abniessung daran vorbehallten sein. Doch
322das damals mit anstellung der Scheferey, besuchung des
Weid-
323ganngs unnd sonnst wie von alters gehallten, gegen den
an-
324stössern aber mit Neuerung gesucht werden.
325[Art. 17] Zum Sibenzehenden was beschwerung von wegen des Grossen
326Frannckenthals allein, oder mit anndern, alls mit auffbauung und
327erhalltung des mörscher schußbrets, zuerbesserung Deichwege,
328unnd stege, auch Järlicher bezalung des Bruckenfergen. Unnd
329Schutz korns, oder was dessen mer, altem geprauch unnd gewonheit
330nach Zuerhallten unnd außzurichten sich gebürt und herkhomen ist,
331Das sollen dise Innwohner unnd bestennder Zu Groß
Franncken-
332thal Järlichen auch leisten unnd verrichten, one der Kirchen
333verwalltung nachteil.
334Sollches alles so vor unnd nachgeschriben steht, haben von wegen
335gannzer Gemeind vorgemelter verjagter Christen Die
336hienach benannte Mit Namen ,
337
338
339Irer gemeinden Angehörige unnd Verwanndte, so diß orths
340wohnen werden, Inn allen Clausuln, puncten unnd Articuln
341zugeleben, Dem allem unnd wes kunfftig von wegen der
342Obrigkeit fernere Ordnunge gepott, verpott furgenommen
343unnd geordnet werden, unwidersprechlich nach Zu khommen,
344Zugehorsamen, Inn dem unnd allem annderm alls getreuen
345unnderthonen Zuthun gepürt sich erzeigen unnd hallten. Da-
346runder kain geverd15, betrug noch Arglist zuvermischen. Dar-
347zu an heut, nach verlesung diser Capitulation unnd erstattung
348vorgemelter Huldigung neben gannzer Gemeinde, sollchem allem
349nachzukhomen versprochen, zugesagt, unnd zu mehrer Zeugknus
350auß gemeinen gewallt unnd bevelch mit Irem hanndtzeichen
351bekrefftigt.
352Darumb zu Urkundt unnd gleichen behallt diser schrifften Drey
353gleichlauttend verfast. Deren Eine zu Churfurstlicher Cantzley
354gehn
355zur
356die Dritt den vilgemelten Unnderthanen zu
357darnach sich habend zugerichten, behänndigt unnd zugestellt worden.
358Datum et Actum
359Juni Nach Christi Unsers lieben herrn unnd Seligmachers ge-
360purt Taussent funffhundert Sechzig Zwey Jar.a
361Petrus Dathaenus manu ppria subscripsit
362Jacob Lieber
363Christian Gillis
364Dictor von Barten
365Franse Kyrken
366Jan Rykewaert
367Jan Bungler
368groter betrauen
370Aplant de portion
371fraus de man
372tag under mensch
373Jacob Buriffe
374Cavel polat
375Mailladt den
376Christian Schubbe
377ross unnd vorschus
378clagt, do
gotz¬
379Fransen und
beyzu¬
380Conrads der kurtzer
381Frans brud
382Jacob de
Sonder¬
383Adrian von Wyner
384Herman frau ghen.
385an der walde
386Erlers von Berten
387frant de vilde
388Christian Mielen
389Maten Kuenland.
390Hans
Behei¬
391Landraht von guttlichen
392Den von Bassenberg
393agnes de Vous den
394Jan Rousseau
395par forman
396Amant unnd hoch
397tagne stund
398martii fecit.
400pieter dorffen
401zinsundin
402Waraffe blanckardt
403herrns de fry
404willen ersteren
405Jan Herren
406Europ de bisher
407pieter der grand
408Lick vorget.
409Funck de bots
410behaghele
411Jacob der
busschar¬
412guter die belarte
413peter wolde
414sinen van barem
415Jochim trompent
416sonst verboten.
417an Mondern
418Cornelis des
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Sachliche Anmerkungen